Die Theaterpreise der Theatertage am See
Die Preisträger 2007
Sparte Schul- und Jugendtheater
Das Thema Krieg und Terror, die Spirale von Gewalt und Gegengewalt, auf die Bühne zu bringen, d. h. ihm eine ästhetische Gestalt zu geben, ist sicherlich eine der schwersten Aufgaben für Theater. Im Falle des Massakers in der Schule in Beslan in Russland scheint es geradezu unmöglich, dies so zu machen, dass nicht schwarzweiß gemalt wird, waren doch die Opfer zum großen Teil Kinder, die ihren ersten Schultag erleben wollten. Und das sollte eine Jugendtheatergruppe schaffen, die in ihrem Leben von diesen Dingen verschont geblieben ist, die das, was an vielen Stellen der Welt Alltag ist, nur aus der Ferne, aus den Medien kennt?.
Dem Jugendtheater „SpinaTheater“ aus Solingen ist dies mit seinem Stück „Schule Nr. 1“ in exzellenter Weise gelungen.
Sparte Amateuertheater
Der Preis geht zum einen an die Produktion „Und der Name des Sterns heißt Tschernobyl“ des Dokumentartheaters Berlin, Autorin war Marina Schubarth, die auch zusammen mit Natascha Bondar Regie führte. Das Stück behandelt ein sehr ernstes Thema, das vielleicht gerade jetzt durch die momentane Debatte um das Fortbestehen der Kernkraft zugunsten des Klimaschutzes wieder Aktualität erlangt. Es geht um die Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl vom Frühjahr 1986, und die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive einer jungen Frau, deren Mann nach einem Feuerwehreinsatz am brennenden Atommeiler an den Folgen der Strahlung stirbt. Die Produktion erreicht ihre Wirkung durch eine sehr gradlinige und schnörkellose Erzählweise, sie setzt weniger auf Gefühlshascherei und mehr auf eine klare Stilisierung und schafft somit ein bewegendes Theatererlebnis.
Zum anderen zeichnet die Jury die Produktion „Beziehungskisten“ des z-phynx Theaters aus Uetendorf in der Schweiz aus. Autor ist Fritz Zaugg, Regie führte Daniel Nobs. In fünf lose verbundenen Einaktern zeigen hier zwei Darsteller „Beziehungskisten“ – vom Anbandeln an der Straßenbahnhaltestelle über den Versuch, sich zu einem virtuellen Rendezvous zu verabreden, bis zum Paar, das sich nach vielen Ehejahren kaum noch etwas zu sagen hat. Das hochintelligente Stück bleibt aber dabei nie in typischen Mann-Frau-Klischees stecken, es ist temporeich, clever, hat durchaus Tiefgang, ist gleichzeitig aber urkomisch. Die beiden Schauspieler schlüpfen gekonnt in eine Vielzahl unterschiedlichster Rollen und tragen wie die stimmige Regie und Ausstattung so zum Gelingen der Produktion bei.










