Die Theaterpreise der Theatertage am See
Laudatio Schul- und Jugendtheaterpreise 2005
Im Rahmen der Theatertage gab es ein Rundgespräch mit den Spielleiterinnen und Spielleitern der Schulgruppen und den Mitgliedern der Schultheaterjury. Unter anderem wurde diskutiert:
Nach welchen Richtlinien beurteilt die Jury? Was sind die Kriterien? Wird berücksichtigt, unter welchen Bedingungen eine Produktion entsteht? Haben alle Gruppen die gleiche Chance? Welche Rolle spielen die „Handicaps“?
Der Versuch einer Antwort: Jede Aufführung wird mit Interesse, mit Anteilnahme gesehen und ausführlich in der Jury, in unserem Fall also von sieben Personen diskutiert. Jedes Jurymitglied bringt seine Eindrücke ein, erzählt von den Wirkungen der Aufführungen. Im Gespräch ergibt sich dann das „Urteil“, das nichts weiter ist als eine Summe von teilweise durchaus widersprüchlichen Meinungen, die die verschiedenen Facetten einer Arbeit beleuchten.
Im glücklichen Fall ergibt sich ein Konsens. Das ist immer dann der Fall, wenn es einer Gruppe und ihrer Spielleitung gelungen ist, die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten so zu nutzen, dass die Kinder und Jugendlichen optimal gefördert, aber auch gefordert werden, wenn das eigene Vorhaben auch bewältigt wird, so dass das Ergebnis „stimmt“, eine runde Sache ist, weil diese Gruppe den ihr eigenen ästhetischen Ausdruck gefunden hat.
In diesem Jahr hatten wir das Glück, dass unter den insgesamt sieben vielfältigen, interessanten und anregenden Schultheateraufführungen, die breit gestreut waren, was Alter und Schularten betrifft, zwei waren, bei denen wir einstimmig und spontan gesagt haben: „Das war`s“.
Wir sahen einen mitreißenden „Eingebildeten Kranken“, der, ohne das Original aufzugeben, so viel Frische und Witz von heute, z.B. auch durch die Einfügung der Songs besaß, dass die neunzig Minuten wie im Flug vergingen. Jede Figur war klar gestaltet, die Schülerinnen und Schüler füllten ihre Rolle gekonnt mit großer Spielfreude. Und die Freude hat sich auf uns Zuschauer übertragen, vielen Dank für diese wunderschöne Aufführung.
Und deshalb geht die eine Hälfte des Preises an die Theater-AG des Adolf - Schmitthenner - Gymnasiums aus Neckarbischofsheim unter der Leitung von Siggi Püschel und Birgit Frommknecht. Herzlichen Glückwunsch.
Und wir haben eine Aufführung gesehen, die mit ihren bestechenden bunten Bildern, den einfachen, aber klaren Mitteln es zum Vergnügen gemacht hat, „Lisas Reise“ als Zuschauer zu begleiten. Ob es die eckige oder die runde Welt war, immer waren die Kinder auf der Bühne ganz beteiligt – und es waren sehr viele Kinder!- , und sie bewältigten ihre Aufgaben, und wenn diese noch so klein waren, präzise und mit vollem Herzen. Das haben wir gespürt, das hat uns berührt, und das hat uns restlos überzeugt.
Die zweite Hälfte des Preises erhalten „Die Knöpfe“, die Theater-AG des Körperbehindertenzentrums Oberschwaben Ravensburg unter Leitung von Katja Thiel. Gratulation.







