Zeit
Zum 20.Mal in ununterbrochener Reihenfolge finden im April 2004 die THEATERTAGE AM SEE statt.
Im Dezember 1984 fand im Jugendhaus der Stadt Friedrichshafen ein erstes „Häfler“ Theatertreffen statt. Im Februar 1986 gab es eine Neuauflage im Kleinen Theater der Bodensee-Schule St. Martin, die Räume erschienen geeigneter für eine derartige Veranstaltung. Das war der Anfang.
1986 wurden daraus die THEATERTAGE AM SEE und damit nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Das Festival wuchs von Jahr zu Jahr, bei den 4. Theatertagen 1987 gab es die ersten Workshops und der Landesverband Amateurtheater Baden Württemberg mit seinem Präsidenten Helmut Kuhn reihte sich ein in den Kreis der Förderer.
Im Jahr 1989 zeichnete die Landesregierung Baden – Württemberg das Festival mit dem Preis einer „vorbildlichen kommunalen Bürgeraktion“ aus. Die Schulbehörden des Landes entdeckten Synergieeffekte in Sachen Fortbildung. Die Räumlichkeiten und die Infrastruktur der Bodensee-Schule St. Martin als Ganztagesschule erwiesen sich als unschätzbar wertvoller Ort. In Friedrichshafen am Bodensee entwickelte sich so „eines der bedeutendsten Festivals des europäischen Schul- und Amateurtheaters“, so Norbert Rademacher, der Präsident des Bundes Deutscher Amateurtheater bei seinem Besuch im Jahr 2001. Aus der kulturellen Landschaft der Stadt und des Landes Baden Württemberg ist die Veranstaltung nicht mehr wegzudenken.
Seit 1993 werden die THEATERTAGE AM SEE auf Initiative des damaligen Kulturbürgermeisters Kurt Brotzer von einem Förderverein getragen. Der gesamte Kreis heutiger Förderer des Festivals zeigt, dass Friedrichshafen ein Kulminationspunkt des Deutschen Amateurtheaters und der Theaterpädagogik geworden ist. Das Festival ist ein augenfälliger Beweis gelungener Vernetzung unterschiedlichster Institutionen.
Nicht vergessen dürfen wir in diesem Zusammenhang die Unterstützung der lokalen Presse. Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG und der SÜDKURIER haben durch ihre breite und kritische Berichterstattung ihren Anteil am Erfolg des Festivals, ebenso die Radiostationen, seit Jahren verleihen wir die RADIO SEEFUNK THEATERPREISE für herausragende Inszenierungen.
20 Jahre THEATERTAGE AM SEE bedeuten insgesamt 320 Theateraufführungen, 42 davon aus vielen europäischen Ländern. Insgesamt haben etwa 4000 Schülerinnen und Amateurschauspieler vor 50.000 Zuschauern ihr Können unter Beweis gestellt.
In all diesen Jahren haben wir 327 Theaterkurse angeboten und damit 5000 Kursteilnehmer aller Alterstufen erreicht, davon sind etwa ein Drittel Schüler, ein Drittel Lehrer und ein weiteres Drittel aktive Theateramateure, mögliche Überschneidungen nicht mitgezählt. Das bedeutet, dass wir knapp 3400 Fortbildungsmaßnahmen allein für den schulischen Bereich ermöglicht haben. Dazu kommen noch Schulprojekte, die der Förderverein seit 1997 an Schulen unterstützt. Insgesamt konnten mehr als 100 Projektförderungen mit über 2500 Schüler in dieser Zeit gefördert werden. Daraus entstanden einige Schultheaterproduktionen mit ganzen Schulen, die Aufsehen erregten
Diese Schulangebote erfahren in diesem Jahr eine konzeptionelle Neugestaltung und einen zentraleren Stellenwert im Rahmen des gesamten Festivalprogramms.
Seit drei Jahren bieten wir zusammen mit dem Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Meckenbeuren Lehrern und Referendaren eine berufsbegleitende theaterpädagogische Grundausbildung an, die großen Zuspruch findet. In dieser kurzen Zeit erwarben schon mehr als 50 Lehrerinnen und Lehrer das Zertifikat eines „Spielleiters im schulischen Bereich“. Und wenn wir heute im Amateurtheater eine Qualität haben, die sich hinter professionellem Theater nicht zu verstecken braucht, dann haben dabei auch 20 Jahre THEATERTAGE AM SEE ihre Spuren hinterlassen.
20 Jahre THEATERTAGE AM SEE bedeuten aber auch zähes Ringen, kreative und strategische Schweißarbeit zur Sicherung und Weiterentwicklung des finanziellen Budgets. Um sehr mehr freuen wir uns heute, dass neben der Kulturbürgermeisterin Frau Margarete Kaufmann und dem Oberbürgermeister Josef Büchelmeier, alle Fraktionen des Stadtrates zu den tatkräftigen Unterstützern gehören. Ohne dieses kommunalpolitische Engagement hätte dieses Festival seine internationale Spitzenstellung nie erlangen können.
Das Festival erweist sich als führender Repräsentant einer kulturpolitischen Konzeption, in der die aktive Beteiligung der Menschen an kulturellen Prozessen in unserem Land im Mittelpunkt steht. Es geht um die Förderung eines kreativen Potentials, das als humanes „Überlebenskapital“ für die Zukunft unserer Gesellschaft äußerst wichtig ist.








