Mythos Theater
26.THEATERTAGE AM SEE
22. – 28. März 2010
Nach „Spannung!?“ im Jahr 2009 wenden wir uns 2010 wieder einem inhaltlichen Thema zu und das wird nicht weniger spannend sein. In seiner Doppeldeutigkeit zielt es einerseits auf mythologische Inhalte, die Urquelle des Theaters. Antigone, König Ödipus, Medea, die trojanischen Kriege erweisen sich als zeitlose Theaterstücke, deren Charaktere, Botschaft und Form auch heute nach 4000 Jahren Gültigkeit besitzt und ungebrochene Faszination ausstrahlt. Genauer betrachtet sind fast alle heutigen Geschichten, auch die des Kinos, längst erzählt. Nachfolgende Zeiten brachten eigenen Mythen hervor, keine Kultur, keine ethnische Gemeinschaft kommt ohne sie aus. Ihre Mythen sind ein Kern ihrer Identitäten und die Künste sind ihr Forum. Auch dem Volkstheater erschließen sich daraus spannende Quellen.
Die andere Seite des Themas ist das Theater selbst als Mythos, es schafft sich seine eigenen
Helden in Form von AutorInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen. Bestimmte Inszenierungen werden legendär, weil es gelingt, eine andere, neue Sichtweise zu erschaffen.
In einer Welt, in der das Reproduzierbare den kulturellen Markt dominiert, auf das weltweit und jederzeit Zugriff besteht, verwischen sich Unterschiede. Das hat sicher Qualitäten, birgt aber auch die Gefahr eines großen Verlustes. Das Theater bietet in der Einmaligkeit seines Ereignisses hier eine Gegenwelt. Es braucht sein Publikum, muss immer bedacht sein, seine Verwurzelung nicht zu verlieren, muss Geschichten auf seine einzigartige und authentische Weise erzählen und sich dabei immer wieder neu erfinden. Bis heute gelingt das mit den alten, zeitlosen Themen und Figuren, den Mythen, sie sind der Ursprung und der Kern der faszinierenden Kunst „Theater“









