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Eine rosa Schlange zum Geburtstag: 20 Jahre Fonds SoziokulturDonnerstag, 10. April '08

Kategorie: 2008, Projekte, 2007

 

Jubiläumsfeier und Innovationspreisübergabe mit Staatsminister Neumann

Mit 200 Teilnehmern war die Jubiläumsveranstaltung des Fonds Soziokultur am 10. April 2008 im Berliner Saalbau Neukölln schon Tage vorher ausgebucht: Aktive aus der Soziokultur und kulturpolitische Entscheidungsträger ließen es sich nicht nehmen, mit dem Fonds zu feiern. Er vergibt jährlich Fördermittel in Höhe von bis zu 1 Mio. Euro und wird gespeist aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes. In seiner zwanzigjährigen Fördertätigkeit hat der Fonds über 10.000 Anträge bearbeitet, gut 1.000 Projekte wurden schließlich gefördert. Die Soziokultur ist aus der Neuen Kulturpolitik der 1970er Jahre im Westen Deutschlands entstanden. „Kultur von allen und für alle“ war und ist ihr Anliegen. Soziokulturelle Projekte setzen die Theorie in die Praxis um.

Mit einer Fotoreise stellte Dr. Norbert Sievers, Geschäftsführer des Fonds, die zentralen Themen der Soziokultur vor: Bildung und Aufklärung, sozial Benachteiligte und Menschen mit Behinderungen dazu ermutigen, am kulturellen Leben teilzunehmen, Kultur für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie Vielfalt und Identität. Norbert Sievers hob insbesondere Projekte hervor, die man gemeinhin nicht mit der Soziokultur in Verbindung bringt, wie beispielsweise die StadtOper Soest, eine Aufführung von Mozarts Zauberflöte unter Beteiligung von über 200 Bürgern, Laienmusikern und Profis, realisiert von vom städtischen Musikverein und dem Soziokulturellen Zentrum „Alter Schlachthof“. Oper und Soziokultur – welch eine Allianz! „Früher galten diese Formate als Antipoden der Kulturpolitik“, so Norbert Sievers.

Besonderen Grund zum Feiern hatten die Träger der Projekte Lacho Drom und Pink House Bremen, denen auf der Jubiläumsfeier der Innovationspreis Soziokultur zum Thema „Heimat Europa“ überreicht wurde. Lacho Drom war eine Jugendbegegnung mit Sinti und Roma im Rahmen der Theatertage am See in Friedrichshafen 2006. Mit dem Pink House Bremen zogen Kunst und Kultur in den Bremer Stadtteil Gröpelingen, in dem 170 Nationen zusammenleben. Der aufblasbare rosa Tempel von artserv.net und Kultur vor Ort e. V. beherbergte 10 Tage lang ein anspruchsvolles Kulturprogramm, bei dem die Bürger aktiv beteiligt waren – Deutsche wie Migranten. Unter anderem strickten sie gemeinsam eine rosa Schlange und damit symbolisch an neuen Formen des städtischen Zusammenlebens im Europa des 21. Jahrhunderts. Diese original rosa Schlange übergaben die Projektträger, Gabriele Koch und Lutz Liffers an Gerd Dallmann, den Kuratoriumsvorsitzenden des Fonds Soziokultur, als Dank für die Auszeichnung ihres Projektes. Die beiden konnten dafür eine Urkunde und 7.500 Euro Preisgeld aus den Händen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann entgegennehmen. Er bezeichnete die Geschichte der Soziokultur als Erfolgsgeschichte, denn sie setze im Nahbereich an, im Kiez: „Die soziokulturellen Akteure sind im Vergleich zu den Tankern der Hochkultur die wendigen Lotsen des Kulturbetriebs.“ Jonathan Mack, Projektleiter von Lacho Drom erhielt ebenfalls 7.500 Preisgeld für die Jugendbegegnung des Vereins „Theatertage am See“. Die Jugendlichen, die daran mitgewirkt haben, zogen das Fazit: „My home is, where my heart is beating“. Meine Heimat ist da, wo mein Herz schlägt.

Das Herz der Soziokultur schlug am 10. April im Berliner Saalbau Neukölln, wo bei fetzigen Ost-West-Rhythmen der Band „Trio Bravo+“ ausgelassen gefeiert wurde.

Weitere Informationen:

Fonds Soziokultur, Klaus Kussauer
Weberstraße 59 a, 53113 Bonn,
fon (0228) 97 144 790, fax (0228) 97 144 799,
mail: info@fonds-soziokultur.de, www.fonds-soziokultur.de