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Eigenwillige Typen rocken die SchuleDonnerstag, 06. April '06
FRIEDRICHSHAFEN - Die 22. Theatertage am See in der Bodensee-Schule sind am Mittwochmorgen von den Mittelstufenschülern der Theater-AG am Gymnasium Wilhelmsdorf eröffnet worden. "Schoolrocks" heißt der Titel ihrer Eigenproduktion unter der Regie der Oberstufenschülerinnen Hannah Maucher und Lena Stockmayer.
Dargestellt wird eine Schulklasse, in der sich viele sehr eigenwillige Typen tummeln. Jeder der Mitspieler hat sich seine Rolle selber ausgesucht - die einzige Bedingung war, dass sie dem eigenen Charakter möglichst wenig entsprechen sollte. Bei sparsamer Kulisse- ein paar Schultische und für jeden Darsteller ein Stuhl treten die verschiedensten Personen in Erscheinung: Eine coole Blonde mit Ukulele, ein Zwillingspärchen mit Folkloreröckchen und Badelatschen, eine rassige Schönheit mit hochgestylter Lockenpracht, hautengem coolem knallrotem Top und hohen Lederstiefeln - offensichtlich Typen, denen sehr viel an ihrem Äußeren liegt.
Nach und nach erscheinen bei musikalisch effektvoller Untermalung auch noch die anderen: Da ist ein Mädchen ganz in Schwarz mit betrübtem Gesicht, die ewig Traurige, eine kommt gleich im Schlafanzug und Stoffteddy in der Hand, ein Junge mit Häkelkäppi, ein ausländischer Schüler mit Sonnenbrille. Irgendwann ist die Gruppe komplett und der Unterricht kann beginnen. Doch auch da sind nicht alle gleich. Den einen fällt das Lernen leichter, den anderen schwerer, die einen interessiert's, die anderen überhaupt nicht. In kurzen schnellen, teilweise schrillen Szenen werden die verschiedenen Eigenheiten der dargestellten Personen mit viel Mimik und Bewegung effektvoll herausgearbeitet. Die einzelnen Charaktere werden überzeichnet, der Zuschauer erinnert sich an ähnliche "Zicken", "Träumer", "Coole", die ihm aus dem eigenen Leben bekannt sind.
Sparsam, aber deftig
Provozierte Konfrontationen eskalieren. Gesprochen wird nur sparsam, dafür manchmal sehr deftig. Einzelne werden aus der Gruppe ausgegrenzt. "Hau ab, du nervst!" hört die Schüchterne, als sie das Stolzieren für den anstehenden Schönheitswettbewerb nicht in den Griff kriegt. Später freut sie sich riesig, über die Bestätigung durch eine andere Gruppe aus der Klasse. Ein paar Schüler versuchen, Ausgegrenzte zu integrieren, geben aber schnell wieder auf, um sich wieder um sich selbst zu kümmern. Schließlich und endlich raufen sich die Schüler doch noch irgendwie zusammen.
"Wir müssen nur wollen", lautet das Lied, zu dem sie sich gemeinsam präsentieren. Sie haben gelernt, die Individualität des Einzelnen zu respektieren und trotzdem einen Klassenverband zu bilden.
Die Schüler zeigen eine beeindruckende Leistung. Es gelingt ihnen, sich mit den gespielten Charakteren zu identifizieren und das Publikum zu überzeugen. Origineller Sound, fetzige Szenen, viel Rhythmus, rasche Szenenwechsel machen den Reiz des originellen und aktuellen Stücks aus. Die Schüler haben eine reife Leistung auf die Beine gestellt, die vom zahlreich erschienenen Publikum mit viel Applaus belohnt wird.







