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Bilanz - Eisenberg ist der Star der TheatertageMontag, 10. April '06
FRIEDRICHSHAFEN - Die 22. Theatertage sind vorbei - und alle sind "sehr zufrieden", atmet Jutta Widmaier vom Organisationsteam auf. Die Zahlen sprechen für sich: Zu den Profi- und Amateurtheateraufführungen sind 3800 Besucher in die Bodenseeschule gekommen. Auch Wochenendkurse und Schultheaterprojekte liefen bestens.
352 Leute haben bei den Kursen an der Bodenseeschule mitgemacht - und alle waren begeistert. Das, sagt Widmaier, gab's fast noch nie, dass "kein einziger Kurs durchgefallen ist". Was die Theaterfans - die im Übrigen zwischen sieben und 78 Jahre alt gewesen sind - schätzen, ist die Atmosphäre an der Bodenseeschule: "Es wird immer wieder gelobt, dass hier alles unter einem Dach ist - Essen, Kurse, Aufführungen. Etwas Vergleichbares gibt es in dieser Größenordnung sonst nirgends", berichtet Widmaier. Denn viele Teilnehmer wollen zwar was dazu lernen in Sachen Theater, Tanz oder Akrobatik - sie legen aber zudem großen Wert auf Austausch und Begegnung. Einen rasanten Sprung nach oben haben dieses Jahr die Schultheaterprojekte gemacht: Von 42 sind sie um mehr als das Doppelte auf 87 hochgeklettert. Im gesamten Bodenseekreis und an allen Schularten wurde unter fachkundiger Anleitung eine Woche oder ein paar Tage lang Theater gespielt. Zwar gibt die Stadt Friedrichshafen nicht zuletzt wegen dieses Projektes einen Zuschuss von 20 000 Euro. Dennoch "müssen wir bei den Schulprojekten ziemlich zubuttern", räumt Widmaier ein. Doch Jammern ist nicht die Art des Fördervereins Theatertage am See, im Gegenteil. Still und leise, trotzdem sehr engagiert sammelt man das Jahr über an allen Ecken und Enden Spenden und Fördergelder - und hofft, am Ende mit dem Budget von insgesamt 180 000 Euro hinzukommen.
Schulprojekte schnellen hoch
Von den Schulprojekten will man in keinem Fall was abzwacken, denn "wir sehen unseren Auftrag genau darin, Theater als Medium, mit dem man jugendliche Problematiken gut aufarbeiten kann, an die Schulen zu bringen", so Widmaier. Hintergrund: Weil man beim Spiel auf der Bühne in unterschiedliche Rollen schlüpfen und dabei verschiedene Verhaltensrepertoires ausprobieren kann, fördert Theater laut Widmaier "Selbsterkenntnis, Persönlichkeitsentwicklung und Zielorientierung".
Den Theateraufführungen sei heuer ein durchgehend hohes Niveau bescheinigt worden. Bisweilen fanden die Zuschauer gar, man habe nur noch einen kleinen bis gar keinen Unterschied zwischen Amateur- und Profitheater ausmachen können, wie Widmaier berichtet. Einsame Spitze allerdings waren 2006 die beiden, jeweils ausverkauften Shows "Avner - the Eccentric" des US-amerikanischen Clowns Avner Eisenberg, der zudem einen bemerkenswerten Workshop für Klinikclowns geleitet hatte.
Auch für die kommenden Theatertage im nächsten Jahr steht das Motto bereits fest: Von 26.März bis 4. April 2007 wird es an der Bodenseeschule in Friedrichshafen heißen: "Theater bewegt".








