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Königinnen und Könige der FarbenMittwoch, 05. April '06
Schüler der Ludwig-Dürr-Schule lernen im Theater-Workshop Bühnenpräsenz, Sensibilität und ein gutes Selbstgefühl

"Jetzt bewegt euch mal wie dreijährige Kinder!" Beim Theater-Workshop sollen Schüler lernen, sich in andere hinein zu versetzen. Bild: Bömelburg
"Gute Schauspieler müssen gut nachmachen können, was andere tun. Dabei darf ruhig übertrieben werden, um es dem Zuschauer deutlicher zu machen. Das kann man trainieren, indem man Menschen ganz genau beobachtet!" Theaterpädagogin Maria Gorius aus Köln erklärt der Klasse 3c der Ludwig-Dürr-Schule den Hintergrund der nächsten Übung. Gestern nahm die Klasse, statt im Unterricht zu sitzen, an einem Workshop zum Thema "Theater" teil. Die Kinder bilden einen Kreis und stellen pantomimisch alltägliche Handlungen dar. Der Reihe nach zeigt jeder Schüler eine Bewegung, welche die Gruppe dann nachmacht. Beinahe lautlos spielen 21 Kinder auf diese Weise Fußball oder springen Seil.
Zuvor haben sie sich bereits wie alte Menschen, Dreijährige, feine Damen auf hochhackigen Schuhen oder wie gehetzte Geschäftsmänner durch den Raum bewegt.
Im Rahmen der Theatertage am See finden mehr als 80 Projekte an Schulen in der Bodenseeregion statt, bei denen Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen das Theater und die Schauspielerei näher gebracht werden sollen. Neun dieser Projekte werden in verschiedenen Klassen der Ludwig-Dürr-Schule veranstaltet.
Bei einer Abwandlung des bekannten Blinzel-Spiels sollen sie sich gegenseitig laut, leise, wütend oder gelangweilt herbeirufen. Mit einem Ausdruck desselben Gefühls geht der Aufgerufene dann zu seinem neuen Spielpartner hinüber.
"Schon seit über 20 Jahren gibt es die Theatertage am See. Die Mitarbeit von Schulen steigt. Das Interesse ist groß, die Schulen stehen Theaterarbeit offen gegenüber." Selma Öngel ist Lehrerin an der Ludwig-Dürr-Schule und Mitorganisatorin der Theatertage. "Die Resonanz bezüglich der Schulprojekte ist bisher von allen Seiten sehr positiv."
Einige Streifen Klebeband unterteilen den Raum nach dem Aufwärmen in einen Bühnen- und einen Publikumsbereich. "Rechts ist der Bühnenaufgang, links der Abgang. Wer durch die Mitte geht, würde bei einer echten Bühne von der Rampe stürzen und von der anderen Seite her dem Dirigenten im Orchestergraben auf die Schulter steigen!" Gorius gibt zunächst noch einige Bühnenanweisungen.
"Bibi Blocksberg - Bianca!" Die Aufgabenstellung lautet, zunächst einen Rufnamen von sich selbst zu nennen, der einem missfällt, danach den Namen, mit dem man am liebsten gerufen werden möchte.
Oberbegriff für die Workshops ist das Motto "Königinnen und Könige der Farben": Im Laufe des Nachmittages auf der Bühne sammeln die Drittklässler ihre Assoziationen zu den drei Grundfarben. In der Klasse 1a, wo Gorius am Montag war, gab es dazu ganz genaue Vorstellungen: "Blau sind Blitz, Regen, Sturm, Wind, Wasser und Wellen. Sand, Bienen, Sonne und Helligkeit entsprechen Gelb, während Kirschen, Wut, Liebe und Feuer eindeutig rot sind." Mit den farbigen Ideen wird dann experimentiert. In Gruppen entwickeln die Schüler kurze Szenen und führen sie ihren Mitschülern vor. Als Klassenlehrerin Gabriele Kersken ihre Klasse 1a nach dem ersten Eindruck fragt, erhält sie mit Nachdruck ein einstimmiges "Toll!"







