Theatertage am See - Festival des internationalen Amateurtheaters
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Schüler sorgen für "Irritationen und Überraschungen"Mittwoch, 21. März '07

Kategorie: Projekte, 2007

Von: Schwäbische Zeitung

FRIEDRICHSHAFEN (th) Während der Theatertage am See findet dieses Jahr zum ersten Mal "City of Gold - Die Stadt der Freundlichkeiten" statt. Vom 26. bis 30. März werden über 100 Hauptschüler für "Irritationen und Überraschungen im Stadtbild" sorgen. Die Stadt wird so für kurze Momente durch Tanz und Theater verzaubert.

Wie so oft entstehen gute Ideen, wenn die Mittel beschränkt vorhanden sind und Kreativität gefragt ist. So war es auch bei "City of Gold". Für ein neues Projekt kam zu wenig Geld zusammen. Der Förderverein Theatertage am See der Bodensee-Schule St. Martin entschied sich deshalb dafür, das geplante Projekt zu verkleinern und neu zu gestalten. Ziel von "City of Gold" ist, ein Zeichen zu setzen - "Ein Zeichen der Freude in einer Zeit, in der davon angeblich nicht mehr so viel übrig ist," wie es im Programm heißt.

In den fünf Tagen werden über 100 Schüler aus sechs Hauptschulen in und um Friedrichshafen in Zusammenarbeit mit acht Theaterprofis so genannte "Mini-Acts" - kleine, vorbereitete Situationen - erarbeiten. Sie werden am Freitag, 30. März, in der Innenstadt aufgeführt.

"Es soll ein unsichtbares und freundliches Theater werden", sagt Britta Lutz vom Organisationsteam der Theatertage am See. Klischees sollen umgekehrt werden. Die Hauptschüler, die gerne als Sündenböcke dargestellt werden, als laut und unfreundlich, zeigen hier, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Beispielsweise werden Schüler in Bussen als Chorformation die nächste Bushaltestelle a-capella und mehrstimmig bekannt geben. Oder ein spontanes Volksfest entsteht durch plötzliche Musik. Man fängt an zu tanzen und belebt die Fußgängerzone für kurze Zeit, bis sich der Kreis der Tanzenden wieder auflöst. So sind unterschiedliche Aktionen geplant, kleine Theater und Lesungen, die alle ein Ziel haben: die Fantasie der Leute zu wecken, sie zu berühren und so ihren Alltag mit kleinen "Irritationen der Freundlichkeit" etwas aufzulockern, sie aber auch zum Nachdenken zu bewegen.

Schließlich ist es auch für die Beteiligten sehr hilfreich und motivierend: Sie zeigen, dass junge Menschen ihre Umwelt positiv verändern können und das auch wollen. "City of Gold" sieht sich als Experiment.

Experiment wird gefilmt

"Wir versuchen, herauszufinden, was unsere Mini-Acts mit der Stadt machen und diese Erfahrungen mit uns," heißt es im Programmheft. Wie dieses Experiment ausgehen wird, wird man ab nächster Woche sehen und hören können. Das ganze Unterfangen wird von einer Klasse aus einer italienischen Filmschule dokumentiert. Da die Szenen sehr vergänglich sind und schnell wieder verschwinden, werden die Gruppen von mehreren Filmteams begleitet, welche die Szenen möglichst unauffällig aufzeichnen. Man darf also gespannt sein.