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Im Spiel sich selbst entdeckenSamstag, 05. Februar '11
27. Theatertage am See vom 4. bis 10. April locken mit vielfältigem Angebot

Die neue Inszenierung des Theaters Oberschwaben-Bodensee über das Leben von Molière eröffnet die Theatertage in der Bodenseeschule.
„Seit 22 Jahren haben wir einen großen Bogen um das Thema Sprache gemacht“, sagt Jürgen Mack. Lange wurde um das diesjährige Thema „mundART – Sprachen der Bühne“ gerungen. Die Veranstalter der 27. Theatertage am See (4. bis 10. April) freuen sich: Der Anmeldestand beweist, dass es sich lohnt, heiße Eisen anzupacken – waren doch genau jene Kurse, die sich um Sprache und Sprecherziehung drehten, oft die Wackelkandidaten des Festivals. Den Fokus auf die Sprache zu legen bedeutet dabei weitaus mehr, als nur das gesprochene Wort in den Blickfang zu nehmen: „Es geht nicht nur um die Kunst des Sprechens, sondern um die Sprachen der Bühne und somit auch um das ungesprochene Wort, die Körpersprache“, betont Mack. Erst in der Einheit von Sprache und Körper entstehe Theater.
So ist auch das diesjährige Kursprogramm wieder vielfältig und deckt ein breites Spektrum an Themen ab. Das Programm teilt sich in Theaterprojekte und Wochenendkurse.
Die Theaterprojekte finden vom 4. bis 8. April statt und richten sich an Schulen von Klasse 1 bis 13, Vereine und Jugendgruppen. Sie sind darüber hinaus für alle Gruppen offen, die Lust haben mitzumachen. Sie wollen Impulse im Unterricht oder in der Theaterarbeit geben und zeigen, wie Theatermethoden bei der Verwirklichung der Bildungspläne helfen können.
„Beim Theaterspielen ist jeder Beteiligte ein wichtiger Teil des Ganzen“, sagt Gerhard Schöll, Rektor der Bodenseeschule. Dies sei eine wichtige Erfahrung und ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsbildung. Teil eines Ganzen zu sein, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst als wichtig zu erleben, sollten auch das wirkliche Leben ausmachen.
Was braucht gutes Theaterspiel? 23 Wochenendkurse bieten vom 8. bis 10. April allen Interessierten, Amateurspielern und insbesondere Angehörigen pädagogischer Berufe vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzubilden. „Als Lehrerin kann ich das Gelernte immer sofort umsetzen. Es ist die beste Fortbildung“, schwärmt Selma Öngel-Chryssowergis. Das Kursheft bietet detaillierte Informationen zu allen Kursen, vom Küssen auf der Bühne über Clownerie, Tanz- und Bewegungstheater bis hin zum manchmal etwas stiefmütterlich behandelten Mundarttheater. Dabei kann sich mit Dialekt mehr Authentizität, Glaubwürdigkeit und Tiefe verbinden.
„Die neuen Referenten haben es immer etwas schwerer“ sagt Selma Öngel-Chryssowergis und nennt als Beispiel den Workshop „Wo die wilden Worte wohnen“ mit Lars Ruppel, einem der erfolgreichsten Slammer.
„Amateurtheater muss sich überhaupt nicht mehr verstecken. Es ist Theater mit und aus Leidenschaft“, sagt Jürgen Mack. Und damit sich diese Leidenschaft weiterentwickeln und vertiefen kann, gibt es die Theaterkurse. „27 Jahre sind eine lange Zeit. 15 bis 20 Theateraufführungen jährlich mit 200 bis 250 Theaterspielern und 300 Kursteilnehmern – der Erfolg ist ungebrochen.“ Grundpfeiler dafür sind wohl auch die pädagogischen, kulturpolitischen und ästhetischen Impulse, die dieses Festival setzt.
Das Theaterprogramm steht fest und findet sich im Internet (www.theatertageamsee.de). Neben Theateraufführungen aus allen deutschsprachigen Ländern gibt es ein umfangreiches Angebot an internationalem Amateurtheater.
Anmeldeschluss für die Theaterprojekte ist der 25. Februar, die Projektzuteilung erfolgt danach. Für die Wochenendkurse sollte man sich möglichst bald anmelden, unter Telefon 0 75 41/92 16 32 oder -33 oder per Email:
theatertage
bodensee-schule.de







