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Mundart: Theatertage beleuchten Sprache der BühneSamstag, 02. April '11
Das Festival läuft vom 6. bis 10. April – Erstmals ist auch eine chinesische Oper zu sehen
Friedrichshafen „mundArt“ titeln die Theatertage an der Bodensee-Schule St. Martin in diesem Jahr. Mit dem Motto habe man sich zugegebenermaßen schwergetan, räumen Jürgen Mack und Wolfgang Götz vom Organisationsteam ein. „Erfahrungsgemäß waren die Kurse, die sich mit Sprache beschäftigten, diejenigen, die als erste abgesagt wurden“, sagt Mack mit Blick auf die vergangenen 26 Festivals. Auch deshalb habe man immer einen großen Bogen um das Thema gemacht. Dabei lebt das Theater von der Sprache. Nicht nur der mündliche Ausdruck, sondern die Körpersprache, die Bewegung und auch Bühnenbild und Toneffekte „sprechen“ mit dem Zuschauer. Und was als Wagnis begann, hat sich offensichtlich bezahlt gemacht: „Wir haben 232 Kursteilnehmer, das ist ein neuer Rekord“, fast alle Kurse seien ausgebucht. Der Wackelkandidat Mundart habe sich offensichtlich etabliert.
Die Theatertage am See zählen zu den größten Festivals des europäischen Amateurtheaters. „Das Festival versteht sich als eine Begegnung auf verschiedenen Ebenen“, so das Organisationsteam. Zunächst mal bieten die Tage einen sprachlichen und internationalen Austausch. Mit der Schweiz, Österreich und Südtirol sind es die deutschsprachigen Länder, die sich ab kommenden Mittwoch am Festival beteiligen, aber auch die polnische Gruppe PROG ist diesmal mit ihrer Jugend- als auch mit ihrem bisherigen Ensemble vertreten. Erstmalig sind aus dem Genre der Peking-Oper Vertreter aus China dabei und jede Mengen neue und bekannte Gesichter aus der Region.
Eine pädagogische Plattform
Die Sprache ist eine Ebene der Theatertage, die Begegnung der Menschen unterschiedlicher Kulturen eine weitere. Und nicht zuletzt ist das Ganze als pädagogische Plattform zu verstehen. „Die Hure und der Offizier“ ist ein schulisches deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Ludwigsburger Mörike-Gymnasium und dem Lycée Georges Cuvier in Montbeliard. Die Schüler beider Länder haben das Stück in zwei Sprachen erarbeitet und führen es am Donnerstag im Manegentheater auf. Mit der Jugendgruppe Tempus fugit trifft man ebenfalls auf alte Bekannte, ihr Stück ist ein Klassiker: „Picknick am Valentinstag“. Aus dem benachbarten Ravensburg ist es der Theaterzirkus Primero Paso, der im Rahmen einer Jugendbildungsmaßnahme entstanden ist. „Ein Beispiel dafür, das Theater auch unter soziokulturellen Aspekten ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist“, meint Mack. Mit Duvar/Wand steht eine solche zwischen einem frischvermählten Ehepaar und den türkischen Nachbarn, die sich aufgrund der „Leichtbauweise“ nicht aus den Weg gehen – oder besser gesagt – hören können.
Ebenfalls ein kurze Anreise haben die Trottellinis. Die Theater AG der Klufterner Grundschule hat „Rote Nasen, Seifenblasen“ im Gepäck und eröffnet das Programm am Donnerstag um neun Uhr.
Ganz neu dabei ist die Taizhou Luantan Gruppe aus China. „Die einzige Änderung im Programm“, denn die ursprünglich erwartete Zheijang Beijing Opera sei auf Visa-Schwierigkeiten gestoßen. Erwartet wird jetzt eine Formation aus Luantan, die unter Umständen aber erst am Freitag anreisen wird, so dass der für diesen Tag vorgesehene Auftritt ausfallen wird. „Sind sie bereits am Donnerstags da, sieht es anders aus“, die Aufführung am Samstagabend werde in jedem Fall stattfinden. Drei chinesische Opern in Folge sind vorgesehen. Farbgewaltige Geschichten über Liebe, Helden und Mut.








