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Theatertage: Sprache steht im MittelpunktSamstag, 05. Februar '11
Die Kunst, mit und ohne Worte auf der Bühne Präsenz zu zeigen

Die diesjährigen Theatertage am See titeln unter dem Motto "mundArt". Im Mittelpunkt stehen verbale und nonverbale Ausdrucksweisen. (Foto: lys)
Friedrichshafen Bereits seit 27 Jahren gibt es die Theatertage am See. Ein Festival an Aufführungen und Workshops bestimmt vom 4. bis 10. April das Leben an der BodenseeSchule St. Martin. An die 250 internationale Künstler werden zu Gast sein, professionelle Teamleiter werden die erfahrungsgemäß gut 300 Kursteilnehmer begleiten. Das Thema in diesem Jahr sind die Sprachen der Bühne. „mundART“ titeln die Theatertage, ein Titel der durchaus kontrovers diskutiert worden sei, erläutert Jürgen Mack, Mitglied des Organisationsteams. Erfahrungsgemäß seien immer die Kurse mit dem Schwerpunkt Bewegungstheater zuerst ausgebucht, und Kurse, dessen Schwerpunkte auf der Sprache lägen, erst später. „Aber die Theatersprache ist ja nicht nur die verbale Kommunikation“, so Mack. Körpersprache und -ausdruck spielen auf der Bühne eine enorme Rolle. Ein auswendig herunter geleierter Text vermittelt dem Zuschauer nicht unbedingt auch dessen Inhalt. Mimik, Gestik, Haltung – all diese Komponenten gehören zum Spiel. Deshalb sei auch das Bewegungstheater ein wichtiger Aspekt bei den Kursen. Bei den regionalen Theaterprojekten für Schulen, Vereine oder andere Gruppierungen gibt es für die Jüngsten Clownerie, Kinderzirkus, kreative Kindertänze, Klanggeschichten, Maskentheater, Körpersprache und Sprechgeschichten. Theaterprojekte, gerade für Kinder und Jugendliche unter professioneller Leitung, ist für das Team der Theatertage mehr als einfach Spaß an der Sache. „Hier erfährt ein junger Mensch, dass er ein bedeutender Teil eines Ganzen ist“, sagen die Pädagogen Jürgen Mack, Selma Öngel-Chryssowergis und der Leiter der Bodensee-Schule, Gerhard Schöll. Man gebe sowohl pädagogische, soziale, kulturpolitische als auch ästhetische Impulse an den Theatertagen weiter. „Ein enormer Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung“, weiß Schöll aus Erfahrung. Das gilt auch für die Workshops für Teenager und Erwachsene. So heißt es: Der Mund kann mehr, als sprechen. Tanz und Mundartistik im Schwarzlicht, Theatro Tang, Flamenco – Ausstrahlung und Präsenz, aber auch Theatertheorie, Regiearbeit und Improvisation stehen auf dem Programm.
Dialekt kommt nicht zu kurz
Eine besondere Form des Gedichtvortrags findet man bei den Poetry Slam Kursen. Gedichte, die nicht nur zitiert, sondern auch performt werden. „Kursleiter Lars Ruppel hat schon internationale Slammeisterschaften gewonnen“, betont Mack und mit Suse Weiße habe man für das Erzähltheater eine der großen deutschen Erzählerinnen engagiert. Ein weiteres Highlight sei das Spiel aus dem Chor. Bartosz Nowakowski, polnischer Schauspieler und Regisseur bei PROG, wird diese besondere Mischung aus Schauspiel, Körper-, Stimm- und Rhythmusarbeit lehren. Mit Chor ist hier die Gemeinschaft des Ensembles gemeint, die das Spiel unterstützt. Und natürlich wird auch das Thema Dialekt bei den „mundART“-Tagen nicht zu kurz kommen.







