Pressemappe
Tann und Kaufmann geehrtSamstag, 31. März '07
Lang ging's. Das ist der bleibende Eindruck von der offiziellen Begrüßung der Theatergruppen bei den 23. Theatergruppen. Die eigentliche Begrüßung am Donnerstagabend dauerte nur wenige Augenblicke, doch dann stolperten die Theatertage-Macher über ihre guten Vorsätze: Um den Zeitplan der nachfolgenden Aufführung nicht durcheinander zu bringen, wolle man auf die Regeln der "political correctness" verzichten und die versammelte lokale Prominenz nicht namentlich begrüßen, hieß es - und dann wurden die Verdienste der einzelnen Anwesenden um die Theatertage eben doch aufgezählt; innerhalb von 23 Jahren kam da schon einiges zusammen. Leistungen, die zu Recht gewürdigt wurden, aber besser in einem anderen Rahmen vorgenommen worden wären. Für die anwesenden Jugendtheatergruppen aus allen Winkeln Europas waren sie verzichtbar.
Wenig aufschlussreich geriet der (abgekürzte) Festvortrag von Prof. Dr. Gerd Koch aus Berlin: Auf ein markiges Zitat von George Tabori über die Daseinsberechtigung des Theaters ließ er zum selben Thema eine wissenschaftliche Abhandlung folgen, die an den Zuhörern vorbeiging. Einer Kapazität der Theaterpädagogik sollte eine solche Missachtung des Publikums nicht passieren.
Eine erfahrungsgemäß zupackendere Ansprache hätte wohl Bürgermeisterin Margarita Kaufmann gehalten, die ihr Manuskript mit Verweis auf die fortgeschrittene Zeit aber wieder einsteckte. Erfrischend geriet der kurze Auftritt des scheidenden Landrats Siegfried Tann: Immer wieder habe er es geschafft, Fördermittel der OEW für die Theatertage zu beschaffen, betonten Claudius Beck und Jürgen Mack. Tann wiegelte ab: "Am Anfang habe ich bei den Theatertagen auf der Bühne gestanden und selbst mitgespielt. Das fiel mir am schwersten." Sowohl Tann als auch Margarita Kaufmann wurden an diesem Abend für ihre Verdienste besonders geehrt. Die scheidende Bürgermeisterin gab den derzeit prosperierenden Theatertagen eine Zukunftsaufgabe mit auf den Weg. Man möge das Festival pflegen und hüten, sagte sie. Es habe in der Vergangenheit Zeiten gegeben, in denen es sehr schwierig gewesen sei, die Zuschüsse seitens der Stadt Friedrichshafen zu bekommen.







