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Finale mit vier ersten SchultheaterpreisenDienstag, 07. April '09
Sieben Tage „Spannung“ während der 25. Theatertage am See – Spannung, die sich am Sonntagnachmittag im Finale bei der Verleihung der Theaterpreise in frenetischem Jubel entlud. Zunächst hieß es jedoch Manege frei mit Darbietungen aus unterschiedlichen Workshops. Aus dem „Leben in einer Sardinenbüchse“ mit den „Crazy Kids“ zum Beispiel. Die heizten so richtig ein mit intensivem Erleben und Erfahren unterschiedlicher Musikstile und Sounds – also Musik, Theater und Tanz auf engem Raum. Das Publikum ging begeistert und lautstark mit. Bezeichnend war daneben die Erfahrung für die Besucher. Die saßen im Manegentheater ebenfalls wie Sardinen dicht gedrängt nebeneinander. Auch die polnischen Gäste aus Krakau hatten Heißes zu bieten mit Action, Rhythmik, Musik und Akrobatik. Relativ parallel nebeneinander seien diesmal Aufführungen und Workshops gelaufen und es sei interessant gewesen, erklärte Jürgen Mack vom Theatertage-Förderverein, wo sie aufeinandertrafen und wo sie auseinandergingen. Bürgermeister Peter Hauswald ließ verlauten: „Die Theatertage am See sind eine grandiose Veranstaltung für Friedrichshafen. Ich kann Ihnen versprechen, dass die Stadt diese auch weiterhin unterstützen wird“.
Nur sieben Teilnehmer hatte der Kurs „Flamenco meets Tango“. Die setzten sich mutig mit dem schwierigen Tanz auseinander und beeindruckten mit ineinander fließenden weichen und rhythmischen Bewegungen und der gebotenen Leidenschaftlichkeit. Danach malte „Liebe und Liebesleid“ mit Regisseur Markus Herlyn ein Bildnis mit Zwischentönen. Hier standen Körpersprache, Emotionen und Präsenz im Vordergrund, von den zwei Darstellern bemerkenswert gut umgesetzt. Was man mit Mimik und Körperausdruck alles machen kann, damit bereitete das gemeinsame Projekt der Jugendgruppe KRABALL aus Ravensburg und der polnischen Gruppe „PRÓG“ großen Spaß. Sehr angetan zeigte sich Regisseur und Jurymitglied Christoph Daigl von der regen Beteiligung bei allen öffentlichen Nachbesprechungen. Tief bewegt und begeistert war er von den jungen Menschen, die mit so viel Herz und Energie bei der Sache waren. Zunächst wurde das Ensemble THAG-Experiment aus Fellbach lobend erwähnt, das mit „Hamlet-Maschine“ sehr viel Mut hatte, neue Wege zu gehen und neue Inhalte zu finden. Es würde gerade deshalb gewürdigt, „weil es ein Produkt ist, das nicht so glatt runtergeht“, betonte Daigl. Überrascht und gerührt äußerte sich Gustav Frank über die Auszeichnung: „In der Aufführung ist uns nicht alles geglückt, umso stärker werden wir das nächste Mal sein.“ Großer Jubel bei der Theatergruppe „Die Fremden“ aus Wien für den Amateurtheaterpreis mit „Das Tonnennkind“, „für sehr viel Spielfreude, ohne Tiefgang zu verlieren. Sie haben das schwierige, bewegende Thema mit viel Schwung und Humor auf die Bühne gebracht“, lobte Daigl.
In der Sparte Schul- und Jugendtheater verlieh die Jury gleich vier erste Preise. „Sie waren qualitativ einfach nicht voneinander zu unterscheiden“, beteuerte Jörg Ehni, Sprecher der Jury. Ausgezeichnet wurden: Die Gruppe PRÓG aus Polen für „Sie“ – ein ungeheuer lebendiges und spannendes Stück, „Oppelner Straße“ (Theater der Migranten, Berlin), in dem die Darsteller trotz Ausbreitung ihrer sehr persönlichen Themen die Intimität wahrten. „Der optimistische Blick in die Zukunft hat das Stück leicht gemacht“, rühmte Ehni die Gruppe. Einen ersten Preis bekam auch die Theaterwerkstatt des Albeck-Gymnasiums aus Sulz mit „Annäherungen an Gregor S. und Franz K.“ ( Besprechung auf dieser Seite). Ehni ist begeistert: „Sie haben damit einen wunderbaren Käfer auf die Bühne gezaubert. Wer ihn gesehen hat, wird ihn ein Leben lang nicht vergessen.“ Gewonnen hat außerdem das Jugendtheater „Tempus fugit“ aus Lörrach mit „Jugend ohne Gott“. Sie hätten ein Stück aus einem Roman von Horvath eindrucksvoll und präzise auf die Bühne gebracht. Das Motto für 2010? „Mythos Theater“.







