Theatertage am See - Festival des internationalen Amateurtheaters
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An neuen Ideen für das Festival 2008 wird es nicht mangelnMontag, 02. April '07

Kategorie: Festival, 2007

Von: Schwäbische Zeitung

FRIEDRICHSHAFEN - Die Theatertage sind mit der Verleihung des Theaterpreises für Schul- und Jugendtheater sowie Amateurtheater zu Ende gegangen. Mit den Projekten "City of Gold", dem "European Theatre Adventure" und den Begegnungen mit Volkstheater oder Theater aus Osteuropa wurden Schwerpunkte gesetzt.

Menschen vergessen schnell. Die Eindringlichkeit, mit der das Dokumentartheater Berlin am Samstagnachmittag an die Katastrophe von Tschernobyl erinnerte, machte das deutlich. Kein Resümee wurde gezogen, nur eine Geschichte erzählt - stellvertretend für viele. Ein Schicksal rekonstruiert, stellvertretend für den Schmerz und den Verlust, den viele erlitten haben. Bekleidet in Rot erzählt die Hauptdarstellerin von Ihrer Liebe. Rot als Sinnbild für die Liebe, für den verlorenen Ehemann, der zur Reaktorkatastrophe gerufen wurde, um den kontanimierten Bereich einzudämmen. Danach war er weg. In Moskau, in einem Krankenhaus, das zu betreten ihr eigentlich verboten war.

Innerhalb von zehn Tagen starben sämtliche direkt Betroffenen an Folge des radioaktiven Austritts, die Kinder und Erwachsene in unmittelbarem Umfeld Monate oder Jahre danach. Überlebt werden sie von Plutonium und Uran deren Halbwertzeiten noch viele, viele Generationen begleiten werden. Das Stück mahnt an das Verantwortungsbewußtsein des Menschen, erinnert an die Leichtfertigkeit, mit der die Katastrophe behandelt wurde. Trotz eindrucksvoller Wort- und Bildsprache, war der sinnbildlich ständig erhobene Zeigefinger permanent vorhanden.

Aber vielleicht muss man Menschen ständig an das schlechte Gewissen mahnen, damit sie nicht vergessen und Rot nicht nur als Farbe der Liebe, sondern als Signal verstehen, verantwortungsbewußt mit dem Leben umzugehen.

Die Preise sind verliehen

Das Dokumentartheater Berlin wurde für dieses Stück mit dem Amateurtheaterpreis belohnt. Die Jury teilte diesen Preis und vergab ihn zu gleichen Teilen auch an das z-phynx Theater Uetendorf, Schweiz. Deren Stück bestand aus vier Einaktern, die die alltäglichen Beziehungen von Mann und Frau thematisierten.

In der Sparte Schul- und Jugendtheater geht der Preis an das SpinaTheater Solingen mit dem Stück "Schule Nr.1". Eindrucksvoll und vor allem mit sprachlicher Brillanz sowie tänzerisch, pantomimisch herausragend umgesetzt, geht es in dem Stück um die blutigen Ereignisse in der Schule in Beslan im Jahr 2004.

Die Theatertage wurden von 3500 Zuschauern in den 27 Aufführungen mit 250 Mitwirkenden gesehen. Die Kurse wurden von 350 Teilnehmer besucht und 1800 Menschen wirkten an den 75 Projekten an Schulen mit.

Organisator Jürgen Mack zeigt sich zufrieden, gleichzeitig spreche jedoch vieles dafür, die Schulprojekte und die Aufführungen zu entzerren, "damit sie sich nicht gegenseitig im Weg stehen". Weniger sei da mehr und für das kommende Jahr gebe es bereits einige neue Ideen, dieses international bekannte und europaweit wirkende Festival in das 24. Jahr zu führen.