Helden
Die Welt wimmelt nur so vor Helden. Das ist nichts Neues, die Mythen belegen es. Helden sind so alt wie das Menschengeschlecht. Immer schon wurden sie gebraucht und ließen sich missbrauchen. Als Retter, Hoffnungsträger, Rächer, Zerstörer, Terminatoren, als brutale oder auch sanfte Eroberer, als Weise und Dumme, als die Menschwerdung des Guten und Bösen schlechthin. Die gesamte Medienbranche verdankt ihnen die Existenz oder ist es umgekehrt? Werden Helden erst durch Medien?
Auch im Theater spielen und spielten sie zentrale Rollen: die Agamemmnons, Hamlets, Lears, Fausts und wie sie alle heißen und hießen bis heute. Es ab auch die Antihelden, die Versager, Verlierer, kleine Leute, Gestrandete. Aber auch die Mackie Messers, Onkel Wanjas und Antrobuses unterscheiden sich relativ wenig von ihren erfolgreichen Gegenspielern, sieht man einmal von der Kleinigkeit ihrer Bedeutungslosigkeit ab und dass sie sich von Anfang an auf Verliererstraßen befinden.
Helden sind sie trotzdem irgendwie, zumindest macht das Theater welche aus ihnen. Und Heldinnen? Das Theater kennt sie selbstverständlich , wahrscheinlich spielen sie auf der Bühne sogar bedeutendere Rollen als ihnen die Wirklichkeit nach wie vor zugesteht: Antigone, Julia, Mutter Courage.
Welche Rollen weisen wir im heutigen Theater den Helden und Heldinnen zu? Welche Bezüge stellen wir zu unseren eigenen Wirklichkeiten her? Welche Inhalte und welche ästhetischen Formen finden wir, um heute HELDEN auf die Bühne zu bringen? Brauchen wir überhaupt noch HELDEN?








