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Leer im Kopf und schwer wie BleiSamstag, 31. März '07
Absturz und Ausgrenzung durch unkontrollierten Alkoholkonsum ist das Thema, auf das sich die Schüler der 7. und 8. Klassen einer Hauptschule in Freiburg mit ihrer Eigenproduktion "Prinzenrolle" eingelassen haben. Ein Versuch, Jugendliche an die damit verbundene Problematik heranzuführen. Das gelingt hauptsächlich durch humorvolle Ideen und rockige Rhythmen. Die Dialoge könnten spritziger sein, nicht alle Figuren und Elemente finden zu einem harmonischen Ganzen. Dass jeder seinen Fähigkeiten entsprechend optimal eingesetzt ist, wie es im Prospekt heißt, trifft auf jeden Fall für die gelungene Ausstattung zu. Nach überwundener Scheu trifft auch die eine oder andere schauspielerische Leistung den Kern der Aussage. Frisch und ungezwungen ist ein Schüler in der Rolle des dienstfertigen und devoten Dieners. Der König dagegen gibt sich gekonnt lustlos und depressiv. Bewundernswert ist die sprachliche Sicherheit und die lebendige Bühnenpräsenz einiger Darsteller aus Migrantenfamilien, wie zum Beispiel der Prinz selbst, allen voran die temperamentvolle Darstellung des Ministers namens Stahl - der auf dem Bass die Saiten schlägt. Dazu gehört Mut und Selbstbewusstsein. Am Gesang hapert es ein wenig: Gelegentlich treffen die Sänger die Töne nicht, die Deutlichkeit der Aussprache ließe sich verbessern.
Immer öfter tritt der Hip-Hop und Rap liebende "Prince" betrunken vors Publikum, verpasst die Einsätze und kommt dabei ständig aus dem Takt - mit eiernder Musik veranschaulicht. Als er Marissa trifft, die sich für Feiern und Trinken nicht interessiert, nur für ihre Musik und Schreiben ihrer Songtexte, findet er Gefallen an ihr und bekommt einen entscheidenden Impuls. Gemäß einem neuen Gesetz wird jeder mit Gefängnis bestraft, der eine andere Musik macht als Punk. Weil jeder im Lande singt und pfeift, was er will, ist das Gefängnis - in dem auch der Prinz landet - schließlich überfüllt. Skurril ist die Idee, dort unter anderem Daniel Küblböck anzutreffen.
Schließlich heißt es "Nie wieder Punk". Den Prinzen, der nur noch Wasser trinkt, hat die Managerin Tina inzwischen zum Star gemacht. Beschimpfungen wie "Schwachstrommusiker" können ihn nicht mehr aus der Fassung bringen. Er will den Thron nicht besteigen und ruft eine Republik aus. Beste Stimmung herrscht beim Schlusssong: "Ein Rappermädchen, ein Prinz, das bringt's."







