Theatertage am See - Festival des internationalen Amateurtheaters
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Theatertage bewegten die ganze StadtMonday, 02. April '07

Category: Festival, 2007

By: Südkurier, Sabine von Bellersheim

Theater bewegt - aber hallo! Darsteller, Zuschauer, Regisseure, Beleuchter, Juroren, Beine und Arme, Hirne und Herzen - und noch viel mehr. Die 23. Theatertage am See endeten mit der traditionellen Kurspräsentation, diesmal im Manegentheater. Die Kinder hatten heuer erstmalig ein eigenes Forum bekommen, um nicht zu sagen eine Manege. Denn all ihre Vorführungen in der Turnhalle waren zirzensisch. Einzige Ausnahme: der Stock-Kampf-Tanz. Hier klackten teils zu Musik, oft ihren eigenen Sound erzeugend, die Stöcke gegeneinander, auf den Boden oder gegen Schuhe.

Ansonsten erprobten sich kleine und größere Clowns teils sehr gekonnt in Slapsticknummern innerhalb kleiner pantomimisch erzählter Geschichten. Jongleure ließen Keulen und Tücher wirbeln, zu Fuß, auf Bällen oder Einrädern. Diabolos sausten auf die aberwitzigsten Arten durch die Luft. Akrobaten kringelten sich um hängende Reifen- bemerkenswert!

Nur acht Kurse gaben Einblick in ihre Workshop-Arbeit, was bei der sonstigen Fülle der Theatertage jedoch nicht unliebsam war. Außerdem konnten die Zuschauer die Preisverleihungen miterleben, einmal für Schul- und Jugendtheater, zum anderen für Amateurtheater. Mit großem Lob überschüttete Klaus Wägele stellvertretend für die Jury das Solinger SpinaTheater für die emotionale Kraft und Präsenz bei der Darstellung von Terror an einer russischen Schule. Die Laudatio für das beeindruckende Berliner Dokumentartheater ("Tschernobyl") und die zweiten Preisträger z-phynx aus der Schweiz übernahm Christoph Deigel.

Was hier in etwa fünf Minuten gezeigt wird, kann nur ein Partikelchen sein von der intensiven, oft schweißtreibenden Arbeit in den Workshops. Auffallend viel Theater ohne Worte war diesmal im Kursangebot. So zeigte amüsant und gut nachvollziehbar der Kurs W5 eine witzige Uhrensammlung. Die große Gruppe von W6 stellte in diesen wenigen Augenblicken eindrucksvoll Werden, Leben, Tod und Wiedergeburt dar. Absurd, komisch, unglaublich präsentierte der Improvisations- Kurs W8 die Runde der Experten für Steinmaus und Raumfahrt. Wirklich großartig war das filmisch präsentierte Projekt "City of Gold", witzige Aktionen von Friedrichshafener Schülern in der Altstadt. Verwirklicht mit unermüdlichem Fleiß von einer napolitanischen Filmcrew. Jürgen Mack stellte erfreulicherweise eine Wiederholung für 2008 in Aussicht.