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Preisträger zeigen herausragendes WerkSaturday, 15. March '08
FRIEDRICHSHAFEN (lys) Halbzeit bei den Theatertagen an der Bodensee-Schule: Der Wettbewerb der Schul- und Jugendtheater ist abgeschlossen. Die Amateurtheater gastieren noch bis morgen Mittag. Wer das Rennen um die Radio-Seefunkpreise gemacht hat, wird morgen bekanntgegeben. Um 14.30 Uhr werden die Trophäen verteilt.
Einfach hatte es die Jury nicht. Bei den Schul- und Jugendtheatergruppen standen heute schon "Profis" auf der Bühne. Für Gänsehaut vom ersten Auftritt bis zum Ende sorgte das Spina Theater aus Solingen, die Gewinner der letztjährigen Preise der Theatertage. Auch diesmal scheinen sie zu den Favoriten zu zählen, zumindest sprach Mitorganisator Jürgen Mack von einem herausragendem Werk.
In der Eigenproduktion des jungen Vereins, der es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Theaterkunst zu fördern, stand das "liebe Geld". In "Money, money, money" beschäftigten sich die Jugendlichen mit Münzen und Scheinen, mit Sorgen und Freuden, Haben oder Nichthaben und nahmen die Zuschauer mit auf eine Reise ins Land des Goldes. Elemente aus Tanz, Gesang und Theater fügten sich zu einem mal nachdenklichen, mal amüsanten Abend.
Ebenso vielversprechend sind "Tempus fugit". Das Ensemble des Jugendtheaters aus Rheinfelden hat sich ein klassisches Thema vorgenommen. "Iphigenie Königskind", Tochter des griechischen Königs und Heeresführers Agamemnon. Auf seinem Weg nach Troja, um die Frau seines Bruders Menelaos zurückzuholen, sitzt er mit seiner Flotte in Aulis fest. Ein Ende der Windstille ist nicht abzusehen, und das befragte Orakel offenbart ihm, dass nur mit dem Todesopfer seiner Tochter Iphigenie Wind, Schlacht und Sieg herbeizuführen seien. Agamemnon gibt dem Druck der Heerscharen nach und bestellt seine Tochter unter einem Vorwand nach Aulis. Zweifel plagen den König, und als er es sich anders überlegt, ist es zu spät. Iphigenie ist bereits in Aulis eingetroffen, und sie ist nicht allein. Nicht nur ihre Mutter ist mitgereist, sondern auch "das Kind". "Das Kind" wird nur von Iphigenie gesehen und gehört. Sie tauschen sich aus, sie streiten, sie liebkosen sich.
Ungewöhnliche Inszenierung
"Das Kind" ist das Kind in Iphigenie. Es stellt Fragen, ist verspielt, liebebedürftig und nicht das gefügige Mädchen, das Iphigenie sein möchte. Die Geschichte wird aus der Sicht des Kindes dargestellt, das die Erwachsenenwelt und deren Beschlüsse nicht verstehen kann. Es bedeutet für Iphigenie Lichtblick und Schatten zugleich - Trösterin und Fordernde. Denn dadurch muss sich das Königskind mit ungeliebten Fragen und Tatsachen auseinandersetzen. Obwohl das Umfeld Agamemnons mittlerweile alles daransetzt, die Opferung Iphigenies zu verhindern, ist es zu spät. Iphigenie hat sich letztendlich selber dazu entschlossen - aus Liebe zu ihren Eltern und "weil dann alle Probleme gelöst sind". Die Rollen des Königskindes und "des Kindes" wandeln sich. Iphigenie erlangt durch diesen Entschluss Reife, und das rebellierende Kind wird zum Tröster. Die stetigen Auseinandersetzungen der beiden Hauptfiguren ziehen sich wie ein roter Faden durch das Stück und halten den Spannungsbogen aufrecht. Eine ungewöhnliche Inszenierung eines klassischen Themas.
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