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Ungeübter TodesschreiFriday, 14. March '08
Ganz im Zeichen der Antihelden und Verlierer - oder "Loser" wie man heute sagt - stehen die 24. Theatertage am See. Sie widmen sich dem Scheitern, Straucheln, Fallen und Wiederaufstehen. Zum Auftakt mit den "Knöpfen" des Körperbehindertenzentrums Oberschwaben (KBZO) aus Weingarten war das "Kleine Theater" in der BodenseeSchule St. Martin brechend voll. Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren mit unterschiedlichen Behinderungen brachten ein Stück auf die Bühne, das Neid, Hass, Wut und Egoismus zum Thema macht, aber sich auch mit Frust, Spott und Hohn auseinandersetzt. Ganz selbstverständlich bewegen sich die jungen Akteure auf der Bühne. Sie spielen sich selbst - die heutige Jugend, wie sie leibt und lebt, mit coolen Sprüchen und einer rauen Gassensprache. Und mittendrin ein sehr souverän und sicher auftretender, geschniegelter Moderator.
Deutschland sucht den Superstar? Nein, "Deutschland sucht die beste Krimi-Schultheatergruppe". Und da geht es ungleich unfairer und härter zu. Denn jedes Mittel ist recht, um die Gegner auszustechen. Gewinnen um jeden Preis, lautet das Motto. Theater im Theater: Zwei Schulklassen treten im Wettstreit gegeneinander an. Klasse A entscheidet sich für Sherlock Holmes und Dr. Watson, Klasse B für eine kriminelle Straßengang. Gekonnt bewegt sich das Stück zwischen ernster Realität und schräger Komik. In den Probensituationen zum Beispiel darf ausgiebig gelacht werden. Bei der Rollenbesetzung etwa, wenn die flotte Gangsterbraut auftritt, oder Sherlock Holmes (übrigens im typischen Outfit), der englische Sätze in seine aristokratische Sprache einwirft - "don't worry be happy" - und darüber die Handlung leidet, wie es heißt.
Der Täter weiß nicht, wieso er den Mord begangen hat, der "Tote" - der von Dr. Watson mit einer überdimensionalen Lupe begutachtet wird - bekommt köstliche Kommentare in den Mund gelegt, wie den, dass er den Todesschrei noch üben müsse. Und über witzige Sprach-Klischees eines Pseudo-Krimis wie "bei Nacht und Nebel" oder "Messer in der Tasche und Knarre in der Hand" gibt es genug zu lachen. Besser hätte ein Auftakt nicht gelingen können als mit diesem abwechslungsreichen Stück, in der Kombination von Musik, Choreografie, akustischen Elementen und Einbindung des Publikums, das als Jury fungiert. Eine Aufführung, die Spaß und Ernst in die richtige Balance bringt, aber letztendlich auf kurzweilige Unterhaltung setzt. Und die Knöpfe der KBZO? Die waren so gut, dass sie auf der Gewinnerseite stehen. Denn so spielen keine Loser.








