Theatertage am See - Festival des internationalen Amateurtheaters
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Ode an das LebenFriday, 30. March '07

Category: 2007, Theaterprogramm

By: Südkurier, Anja Tuchtenhagen

Sie suchen Antworten und finden Fragen. Fragen über das Leben an sich, Fragen über die Zukunft und Fragen über die Umgebung, in der wir leben. Mit einer Mischung aus Theater, Akrobatik, Musik und Tanz entführt die polnische Gruppe "PRÓG" ihre Zuschauer in die Welt vor der Welt. Sie begeben sich mit den jungen Darstellern auf die Reise ins Leben, ohne sich darüber bewusst zu sein. Hauptsächlich bewegen sie sich dabei in der Perspektive eines kleinen Mädchens, das neugierig auf die Welt ist und sich nicht entscheiden kann, ob es wirklich geboren werden will. Der Zustand des Ungeborenseins befriedigt sie nicht mehr. Alles ist trostlos und grau. Lebensbejahung und Fatalismus prallen aufeinander, verträglich wie Wasser und Öl. Beim Versuch, zu einer Synthese zu gelangen, verwischen die Grenzen zwischen Publikum und Protagonisten immer mehr.

Die Übersetzung ins Deutsche läuft währenddessen simultan etwas abseits der Bühne. Um die einzelnen Konversationen wirklich zu verstehen, müsste man den Blick vom eigentlichen Geschehen wenden. Das ist der einzige, einsame Wermutstropfen des gesamten Stückes. Man tut gut daran, sich hauptsächlich auf die Darsteller zu konzentrieren. Denn sie sind es, die einen mitnehmen auf die Reise. Der Regisseur der jungen Truppe, die erst vor zwei Jahren aus einer Kulturinitiative heraus entstand, hat eine eindeutige Botschaft: Sucht das Leben und kostet den Weg dorthin mit all seinen Facetten aus, dann werdet ihr es finden. Und sie kommt an. Dank der Überbringer, und ganz ohne pompöse Bühnenausstattung, mit einfachen Instrumenten. Gitarre und Trommeln harmonieren auf eine besondere Art und Weise mit selbstgebauten Didgeridoos, Eisenschüsseln und Gerüstpfeilern als Klangquellen. Zusammen mit Gesang und Ausrufen der Akteure entsteht eine komplexe, doch insgesamt abgerundete Geräuschkulisse.

Als Zuschauer befindet man sich in einem ständigen Auf und Ab, einem Ozean der Gefühle. Zuweilen plätschert das Dargebotene leise und sanft an das Publikum heran. Man entspannt sich, lehnt sich lächelnd zurück, um gleich darauf von einer großen, wild schäumenden Welle überschwappt zu werden. Energiegeladen sind die Bewegungen, eindringlich ziehen Trommeln und Sprachgewalt den Zuschauer in den großen Ozean Theater hinein. Und was macht der? Er baut sich ein Boot und fängt an zu paddeln. In eine ungewisse Zukunft voller Überraschungen.