Kursprogramm der Theatertage am See 2012
Heimat: Tanz- und Kampfplatz
HeimatErde: Butoh-Tanz-Performance (W22)
Butoh („Tanz der Dunkelheit“) ist eine moderne Tanztheater-Art, die Ende der fünfziger Jahre in Japan entstanden ist. In Abgrenzung zum klassischen Tanz zeigt Butoh selten die „schönen“ Bewegungen, sondern macht vor allem die verborgenen, dunklen und verrückten Formen des Mensch-Sein sichtbar. Wichtiger als das Einstudieren einer bestimmten Tanztechnik ist hier der individuelle Ausdruck von Gefühlen, die Vorstellungskraft und die Verbindung zur Natur. Charakteristisch sind die oft skurrilen Bewegungsbilder und Szenen von meditativer Langsamkeit. Die Arbeit im Workshop basiert auf Improvisationsübungen, bei denen die individuelle Ausdruckskraft gefördert und verfeinert wird. Wir werden uns ganz speziell mit dem Thema HeimatErde beschäftigen. Erde nicht nur als Heimat der Menschen, sondern als Stoff, aus dem wir alle hervorgegangen sind. Wir werden uns von Erde (Ton) berühren und inspirieren lassen. Teilweise (je nach Wetter) werden wir auf dem Boden draußen tanzen.
Mitzubringen ist eine bequeme und möglichst alte Trainingskleidung.
Kurssprache: Deutsch
Leaders
- Olek Witt
Performancekünstler, Schauspieler, Regisseur, TheaterpädagogeNach der Emigration nach Deutschland Studium von Philosophie, Soziologie und Politologie in Heidelberg, London und Berlin. Ab 1989 begann er Tanz, Schauspiel und Peformancekunst an der Akademie für Visuelle Kunst in Posen/Polen, an der Deutschen Schauspielakademie in Berlin und in zahlreichen Workshops bei Yumiko Yoshioka, Minako Seki, Kazu Ohno, Nigel Charnock, Zygmunt Molik, Vera Mantero u.a. zu studieren. Nach der Zusammenarbeit als Tänzer bei der deutsch-japanischen Butohgruppe Tatoeba, gründete er 1995 das Theater am Ende mit dem er in nicht-theatralischen Räumen inszenierte (Alter Schlachthof Berlin, Luftschutzbunker, Parochialkirche).
1997 erhielt er für sein Solo „Axt“ den Sonderpreis der Jury beim Wettbewerb „Das beste Tanzsolo“ beim Festival „euro-scene“ in Leipzig. Danach wirkte er als Darsteller in Produktionen von Rolf Dennemann/artscenico, Sabine Seume, Albrecht Hirche, David Weber-Krebs, Andrzej Woron/ Theater Kreatur und Theater Thikwa mit dem er seit 1999 auch als Regisseur arbeitet. Seit 2003 liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Förderung von sozialen und künstlerischen Kompetenzen von Jugendlichen.
Er unterrichtet Schauspiel, Butoh-Tanz und Körpersensibilisierung unter anderen an Landesakademie Schloss Rotenfels, bei Spiel- und Theaterberatung Heidelberg, bei Theatertagen am See und während der Theaterwoche in Korbach.
2003 gründete er in Solingen das SpinaTheater, ein Ensemble von Jugendlichen, das mit seinen sozialkritischen Eigeninszenierungen bereits zahlreiche Preise und Wettbewerbe gewonnen hat. 2008 gründete er in Berlin das Theater der Migranten.
Sozio- und interkulturelle Arbeit mit Projekten: 2008 „Oppelner Strasse, oder wer war Emin Pascha?“, 2009 „Lenaustrasse“, 2010 „All My Tomorrows“








