Ausschreibung der 34. Theatertage am See 2018

34. Theatertage am See in Friedrichshafen 2018

Einladung

21. - 23. März 2018                 justSEE Jugend- und Schultheatertage am See

23. - 25. März 2018                Internationale Theatertage am See


Motto of the 34th „Theatertage am See“ in 2017 is  

Theater von wem? Theatre by who

Theater für wen? Theatre for whom

Bewerbungen bis 25. 11. 2017 möglich


Theater von wem?

Theater für wen?


„Ein Mann geht durch einen Raum

 und ein anderer schaut ihm dabei zu, 

das ist alles, was zu einer Theaterhandlung 

notwendig ist.“ 

Peter Brook


Theater

mit ...

wider …

aus …

um …

durch …

entgegen …

nach …

ohne …

über …

unter …

zwischen …

wegen …

angesichts … 

(an)statt …

(in)mitten … 

während …

zugunsten …

außer …

bei … 

seit  …

Zwei ganz banale Fragen, ist doch logisch. SchauspielerInnen spielen - oder sagen wir es noch besser,  ein Theaterensemble spielt irgendetwas für Leute, die sich diese Produktion ansehen (wollen), im allgemeinen Publikum genannt. 

Es ist diese schlichte, zeitlose Theaterdefinition von Peter Brook aus den sechziger Jahren, die zeitlos ist,  man aber heute geschlechtsneutraler formulieren würde. Jedenfalls braucht Theater Publikum und DarstellerInnen.  Dieses Publikum (be)wertet dann fast zwangsläufig das Gesehene,  sagt etwas plakativ reduziert, „hat gefallen“, „nicht gefallen“, „geht so“.  In Zeiten des postdramatischen Theaters hat sich diese klare Zuordnung verschoben, die sogenannte vierte Wand als definierte Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum wird in beide Richtungen überschritten. Die Darsteller erobern den Zuschauerraum, agieren aus diesem heraus und nehmen dabei nicht selten die Rolle  des in das Spiel eingreifenden Zuschauers ein und die Zuschauer selbst werden mit Aspekten ihrer Biographien „als Experten des Alltags“ auf die Bühne geholt und spielen sich selbst.

Dem Amateurtheater ist diese Grenzüberschreitung schon immer Teil seines Selbstverständnisses.  Der potenzielle Theaterzuschauer erobert die Bühne, spielt selbst und setzt sich den Wertemaßstäben eines Publikums aus. Dabei bewegen ihn/sie vier Motive: die Lust am Spiel und das damit verbundene Risiko, die Hoffnung darauf, bewundert zu werden, die aktive, selbst handelnde Auseinandersetzung mit theatralen Inhalten, Formaten und Ausdrucksformen und ein „Sich- Einbringen“ in kulturelle Gestaltungsprozesse.  Der „Warencharakter“ der Kultur, deren Anteilhabe über eine Eintrittskarte erworben wird, verändert sich hin zu Partizipation und Einmischung. Theater sucht und findet ästhetische Formen sich mit Kommunikation  auseinanderzusetzen,  spiegelt unser Leben und hält uns den Spiegel vor. Für Amateure -im eigentlichen Sinn des Wortes bedeutet das „Leidenschaftliche“- hat das die Konsequenz, dass wir mit den Mitteln des Theaters diese Auseinandersetzung mit uns selbst suchen und dafür Ausdrucks-, Darstellungsformen und Haltungen finden. Das ist nichts anderes als Bildungsprozesse initiieren. Schauen wir uns diese aktiven „Leidenschaftlichen“ an, finden wir darunter das ganze Spektrum unserer Gesellschaft: von Kindern bis zu Senioren, vom einheimischen „Urgestein“ bis hin zum zugewanderten oder geflüchteten Mitbürger, Menschen mit kleineren und größeren Handicaps.  Jeder wechselt ständig zwischen Spieler- und Zuschauerrolle und betrachtet  das Leben aus unterschiedlichen Perspektiven. Fast immer geht es dabei auch um Facetten des eigenen Selbst.  Amateurtheater spiegelt die Gesellschaft,  ist soziokulturell , interkulturell und inklusiv. 

Wenn wir - in Anlehnung an Joseph Beuys - die Gestaltung unseres Lebens als „soziale Plastik“ begreifen,  dann wird jeder Mensch  zum Künstler (Beuys). Das große Anliegen der Theatertage am See ist es dabei, diesen Künstlern des Alltags eine Plattform zur Darstellung, zum Zuschauen und damit zum Austausch über unsere Künste und über unser Leben zu bieten.


Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen, 

Und jedermann erwartet sich ein Fest. 

Sie sitzen schon mit hohen Augenbrauen gelassen da 

Und möchten gerne staunen. 

Goethe Faust I


Wir suchen bei den Theatertagen am See auch weiterhin die Begegnung über nationale und kulturelle Grenzen hinweg! Unser Motto ist Theater für alle und Theater mit allen.

Ihr Theatertage am See Team