Kursprogramm der 36. Theatertage am See - 3. - 5. April 2020

Das Kursprogramm des Festivals ist ein wesentlicher Bestandteil der Theatertage am See.  Das Programm für 2020 ist  hier veröffentlicht.  Insgesamt 16 Wochenendkurse werden angeboten. Bekannte und noch neue Kursleiterinnen und Leiter sind dabei, interessante Themen.  Sechs der Kurse sind für Kinder und Jugendliche geeignet. Die Beschreibungen sind hier im auf der Homepage. Auch das Anmeldeformular ist direkt unter diesem Text.


Hier gleich die Anmeldeformulare und die Übersicht mit Kurztexte zum Runterladen, 6 Seiten in A5
(Der Flyer folgt Ende November! - ist noch der vom letzten Jahr!).
"Auto" bedeutet es kann am PC direkt ausgefüllt werden. Anmeldungen unter info@theatertageamsee.de    möglich.

Kurse nur Samstag/Sonntag  

W1 bis W3

W1           für Kinder ab 7 Jahren

Wenn Farben Theater machen
Doris Bosch, Illmensee


W2     für Kinder ab 8 Jahren

Vorhang auf und ab in die die Manege!  

Andrea Sprenger und ihr Team der ZirkusAkademie, Friedrichshafen


W3        für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren

Solo Duo Trio…Stockkampfkunst

Fé André, Freiburg

Die Wochenendkurse W4 bis W16 in der Übersicht (Fr Abend bis Sonntag)

W4  

Generationsübergreifend ab 12 Jahren

Hip Hop und Schwarzlichttheater                                                                                   

Plopp, 1, 2 oder 3? 

Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!                                

Esther Bachmann, Hamburg und Maya Hasenbeck, Hanstedt


W5  

Generationsübergreifend ab 12 Jahren

Fliegende Objekte und komische Typen - Liaison zwischen Theater und Zirkus
Cornelia Thiele, Weimar


W6  

Circles und BodyVoice

Intensiv-Workshop Stimme - Improvisation und Gestaltung

Helga Kröplin, Tübingen


W7   

DIE KUNST DER SPONTANEN ZWEISAMKEIT – 

Ein Schauspieltraining mit Methoden des Improvisationstheaters
Nicole Erichsen, Bremen


W8   

Zeilendiebe - Wie Bücher lebendig werden

Caroline Schneider, Konstanz


W9   

Masken leben!
Spiel & Improvisation mit Masken
Sebastian Kautz, Bremen  von Deutschlands bekanntestem Maskentheater Familie Flöz


W10  

„Schieben, tupfen, boxen, schweben…“ – 

Die Laban – Bewegungsanalyse als Zugang zur Rolle

Birgit Reibel, Frankfurt/Main


W11  

Ein Regisseur kann alles – verändern.

Jürgen von Bülow, Stuttgart


W12 

 Bildertheater: Raum, Material und Alltagsdinge – 

Spiel mit theaterfremden Räumen; Materialien und Objekte als Spielpartner entdecken

Katja Fillmann, Berlin


W13 

 „Tanzmischpult” Methode 

Workshop für das Methoden Repertoire Tanz und Bewegung

(Bausteine für den Tanz- und Theater Unterricht)

Lior Shneior, Berlin


W 14

The Individual and the Crowd 

Micheal Woodwood, London, England


W15

Bewegung inszenieren mit Christian Mattis

Christian Mattis, Bern, Schweiz


W16

Dance Move Fly

Zeitgenössischer Tanz und Contactimprovisation

Pia André, Freiburg

W1 Wenn Farben Theater machen   

Für Kinder ab 7

Jede Farbe ist anders. Das laute Rot, das neugierige Gelb und das ruheliebende Blau, dieses Trio lassen wir lebendig werden. Und mit ihm all die anderen Farben, die sich natürlich auch einmischen. Angelehnt an den Bilderbuchklassiker von Eva Heller “Die wahre Geschichte von allen Farben“ ergründen wir durch Bewegung und Sprache die Eigenschaften der Farben. Wenn sich die Farben rücksichtslos vermischen, werden sie eine undefinierbare braune Brühe, in der jede Farbe verschwindet. Wenn sie sich jedoch gegenseitig Platz lassen, kann sich jede mit ihren Besonderheiten einbringen und wirken. Eine spielerische Theaterarbeit zwischen Solo und Tutti über Vielfalt, Respekt und Frieden.
Doris Bosch, die erfahrene Lehrerin bringt seit vielen Jahren ihre Schatzkiste an Ideen in Theaterinszenierungen mit Schulklassen, in Zirkusprojektwochen, in den Ganztagesbereich der Bodenseeschule und in die Zirkusakademie ein. Begeistert verbindet sie Tanz, Theater, Clownerie und Zirkustechniken zu einem spielerischen Ganzen.
Dieser Kurs findet nur Samstag und Sonntag statt.

W2 Vorhang auf und ab in die die Manege!  

Wer einmal Zirkusluft geschnuppert hat, kann nicht mehr ohne leben. Ob Jongleur oder Akrobat - das gemeinsame Ausprobieren, Lust auf Neues und Spaß haben stehen dabei im Vordergrund. Auf Kugeln balancieren, mit Bällen, Tüchern und Keulen jonglieren, Diabolo, Devel-Stick oder Poi durch die Luft schleudern… selbst in die Luft gehen. Am Trapez, Artistikring oder Vertikaltuch neue circensische Dimensionen entdecken. Wer all seinen Mut zusammen nimmt, kann die Fakirkünste kennenlernen und es wagen, über Glasscherben zu laufen oder aufs Nagelbrett zu liegen. Taucht mit uns ein in eine faszinierende fremde Welt! Ob Neueinsteiger oder Zirkus-Profi… es sind alle willkommen.

Andrea Sprenger, die Leiterin der ZirkusAkademie, und ihr Team werden den Kurs leiten

www.zirkusakademie.de  siehe auch Infos zur ZirkusAkademie

Dieser Kurs findet nur Samstag und Sonntag statt.

W3  Solo Duo Trio…Stockkampfkunst

für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren

Superhelden fliegen durch die Nacht. Sie kämpfen für das Gute in der Welt. Lady Bug, Cat Noa, Superwoman und Superman, sie alle stecken in dir. Finde den Superhelden in dir! Welches sind deine Superkräfte? Wie geht dein Superheld in den Kontakt zu anderen? Alleine, zu zweit oder zu dritt… wie funktioniert ein Superheld im Team? Stockkampfkunst heißt mit einem oder zwei Stöcken in der Hand mutig in den Kampf zu gehen, dich dabei selbst zu schützen und unverletzt zu bleiben. Wir lassen die Stöcke herumwirbeln, dass es nur so kracht und lernen Kampftechniken und Fähigkeiten wie lautloses Bewegen, dich verstecken, zu Boden gehen und abrollen, ausweichen und unberechenbar sein - wie ein Ninja. Wir sind schnell und langsam, ernst und verspielt, wild und sanft, mal akrobatisch und kopfüber und dann wieder mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Reaktionsspiele, Kräftemessen und mal richtig laut sein stehen auf dem Programm und bringen volle Energie. Wie ein Samurai kraftvoll und selbstbewusst in einer gefährlichen, riskanten Situation deine Angst zu überwinden, all deinen Mut zusammennehmen und für dich und deine Themen einstehen. Stopp sagen, wenn etwas für dich so nicht stimmt. Was ist überhaupt Ritterlichkeit und wie kann ich sie einsetzen? Fair sein und fair kämpfen - alleine, zu zweit oder als Gruppe. Am Ende gibt es eine große Schlachtszene. Und nicht vergessen, dich zu trauen, was Neues probieren - das alles braucht Mut und Teamgeist - und dabei noch jede Menge Spaß haben. 

Fé André, Schauspielerin, Tänzerin, Dokumentarfilmregisseurin, Trainerin für Kampfkunst und Tanz, Choreografin. Ausbildung zur Schauspielerin am Theater Karaván (Budapest) und Ausbildung an der Classic Tanzschule ( Budapest). Seit 2008 selbständig tätig u.a. in Zusammenarbeit mit Pia André und Michael André-Korbl.

Dieser Kurs findet nur Samstag und Sonntag statt.

W4  Hip Hop und Schwarzlichttheater 

Plopp, 1, 2 oder 3? Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!    Generationenübergreifend ab 12 Jahren

Wenn das allerdings beim Schwarzlichttheater passieren würde, dann wäre die Magie dahin. Beim Kurs Hip Hop und Schwarzlichttheater wird es aber trotzdem vieles zu entdecken geben: Ob du beim Tanzen den Rhythmus zählst und so die von Esther Bachmann entwickelte Hip-Hop-Choreografie als weißgekleideter Tänzer zeigst oder im Schwarzlicht als Schauspieler, der schwarze Kleidung trägt, mit den Zahlen spielst und ihren Charakter erforschen möchtest, hängt von dir ab. Maya Hasenbeck bringt die Grundtechniken des Schwarzlichttheaters bei und wird euch zeigen, dass durch das U.V.-Licht nur weiße oder fluoreszierende Farben vor schwarzem Hintergrund sichtbar werden.

Der Kurs richtet sich an Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene, die ein einigermaßen gutes Rhythmusgefühl haben. Vorerfahrungen mit Schwarzlichttheater sind nicht nötig. Es besteht die Möglichkeit, nur zu tanzen bzw. nur im Schwarzlicht zu spielen, am Samstagnachmittag werden Tanz und Geschichte zu einer Präsentation zusammengeführt. 

Bitte Sportkleidung und Sportschuhe sowie schwarze und weiße (langärmelige Sweatshirts, Longshirts, T-Shirts oder Jacken, langbeinige Jogginghosen, Gymnastikhosen oder Leggins und Socken) Kleidung mitbringen. 

Esther Bachmann  ist Theatertänzerin, Bewegungsanalytikerin und Tanzpädagogin mit Fortbildungen bei LISPA, London; Martha Graham School, New York; ODC, San Francisco; Tamalpa: Live-Art, Le Cornu sowie Motopädin und Supervisorin.                                                    

Maya Hasenbeck ist Theaterpädagogin mit dem Schwerpunkt Schwarzlichttheater, Autorin und Zauberin. Für mehrere ihrer Zauber-Solo-Programme ist sie mit dem Preis für Originalität ausgezeichnet worden.

W5  Fliegende Objekte und komische Typen - Liaison zwischen Theater und Zirkus                    

Generationsübergreifend ab 12 Jahren

In diesem Kurs geht es darum, eine Liaison, d.h. eine enge Beziehung zwischen Theater
und Zirkus herzustellen. Dazu werden wir Elemente von Balance, Jonglage, Choreographie
und komischen Typen nutzen, um sie mit Theaterinhalten, Texten und Improvisationen
szenisch zu verbinden. So kann im Zusammenspiel zwischen den beiden Genres ein Solo
mitten in einem Dreierkonflikt entstehen oder aus zwei Dialogen ein Quadro werden. Es
gibt also ungewöhnliche und überraschend neue Spielmöglichkeiten zu entdecken und
auszuprobieren.
Cornelia Thiele ist seit über 25 Jahren als Schauspielerin, Regisseurin und Workshopleiterin
in Deutschland unterwegs. Sie gestaltet Lehrerweiterbildungen u. a. an Lehrerakademien in
Thüringen und Baden-Württemberg. Sie gibt Kurse für Erwachsene, z.B. an der VHS
Weimar und für Schüler zu Projekttagen an Schulen, die von Improvisationstheater über
Märchenspiel und Gedichtinterpretation bis hin zum Zirkus reichen.

W6  Circles und BodyVoice

Intensiv-Workshop Stimme - Improvisation und Gestaltung

Unsere natürliche Stimme ist eine spannende Entdeckungsreise. Wir erforschen die Dynamik zwischen Atem, Körper und Stimme in den zwei Phasen der Fitzmaurice Voicework®:  Im Destructuring lösen veränderte Yogapositionen Spannungen, es stellt sich optimaler Atem ein. Im Restructuring werden die Stimmstütz-Muskeln aktiviert. Absichten und Gefühle können ohne besondere Anstrengung kommuniziert werden. Im Sinne eines Ensemble-Geistes, eine für alle und alle für einen, lädt der Workshop die TeilnehmerInnen zu spielerischer Gestaltung ein. Wir arbeiten mit Circle-Singing, intuitiver Improvisation, mit Solos und Chorischem, mit Lied und Text; Einzelarbeit kann durch die Einbindung des „Ensembles“ neue Dimensionen und Freiheit erleben. Für intensives Arbeiten können die TeilnehmerInnen einen Text (ca. 10 Zeilen) oder/und ein Lied auswendig parat haben, mit dem sie am Wochenende arbeiten wollen (bitte eine Kopie für die Kursleiterin!). Ansonsten sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich. Bitte bewegungsfreundliche Kleidung tragen und eine Matte und ein Sitzkissen mitbringen!

Helga Kröplin, Regisseurin, Theaterpädagogin(BuT), Persönlichkeits-Coach, Fitzmauricevoice-Dozentin.  Bis 2002 fest am Landestheater Tübingen, seither freiberuflich. Seit 1996 leitet sie das Generationentheater ZEITSPRUNG am LTT, das 2008 mit „Kontakt-Schleifen“ auf die Deutschen Amateurtheatertage eingeladen war und bereits zweimal den Amateurtheaterpreis bei den Theatertagen gewann. Helga Kröplin entwickelt seit 25 Jahren ihre eigene Stimmarbeit  BodyVoice. 

Kurssprache Deutsch / Englisch


W7  DIE KUNST DER SPONTANEN ZWEISAMKEIT –  Ein Schauspieltraining mit Methoden des Improvisationstheaters

Was wäre Adam ohne Eva, Frodo ohne Sam, Romeo ohne Julia und Tim ohne Struppi? Seit jeher stehen Zweierbeziehungen, sei es in Liebes-, Comedy- oder Abenteuergeschichten im Mittelpunkt des Geschehens. Mit Übungen aus dem Improvisationstheater wecken wir die schlummernde Kraft der Spontanität und nähern uns den vielfältigen Beziehungsmöglichkeiten und Fallhöhen zwischen zwei aus dem Moment entstehenden Bühnencharakteren an. Alle Übungen werden in einer positiven und fröhlichen Atmosphäre erklärt, demonstriert und in spielerischer Weise eingeübt. Der Workshop verbessert das aktive Zuhören in der Bühnensituation, die Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung im Duo-Spiel. Und er schenkt ein tieferes Verständnis vom Du, vom Ich und dem Dazwischen.
Nicole Erichsen ist freischaffende Schauspielerin und Trainerin für improvisierte Theaterkunst, Kreativität und Spontanität. Sie ist künstlerische Leiterin beim IMPROTHEATER BREMEN. International unterwegs ist sie mit ihrem Duo THEATER STUPID LOVERS. Sie entwickelt laufend neue Theaterformate ausschließlich auf Basis der Improvisation und unterrichtet unter anderem an der Schauspielschule Zürich. Ihr Motto: Man muss mit allem rechnen. Auch mit dem Guten. (Gabriel Barylli)

Kosten, Uhrzeiten und Anmeldung bitte hier
Direkte Anmeldung möglich unter info@theatertageamsee.de

Infos zu den Referenten auf auf den Seiten Referenten A - Z

Kursbeschreibungen und Referenten  W8 - W16

W8  Zeilendiebe - Wie Bücher lebendig werden

In diesem Workshop trainieren wir das (Vierer-Format "Zeilendiebe". Vier ImproschauspielerInnen gehen auf Diebeszug durch die Literatur. Sie blättern durch die Seiten, lassen sich von Sprache und Stil inspirieren und spinnen daraus ganz eigene Geschichten. Egal ob billiger Groschenroman oder stolzer Klassiker, ob dicker Schmöker oder dünner Lyrikband - wir lassen nichts ungelesen! Wir klauen Textzeilen oder ganze Charaktere. Und wir flößen ihnen neues Leben ein und lassen Abenteuer ganz anders ausgehen als sie der Autor aufgeschrieben hat. Der Workshop ist gedacht für neugierige Menschen, die Lust haben, ihre Improtheater-Skills zu erweitern. Im Fokus steht das Storytelling - denn aus der Inspiration soll eine ganze Geschichte werden. Teilnehmen können alle diejenigen, die bereits erste Improerfahrungen gemacht haben und sich in einem neuen Format ausprobieren wollen.
Seit 2018 ist Caroline Schneider künstlerische Leiterin des Improtheater Konstanz. Sie entwickelt gemeinsame mit dem Ensemble neue Bühnenformate, organisiert Proben und Auftritte und steht regelmäßig selbst auf der Bühne. Ihr Spezialgebiet ist das Thema Achtsamkeit: In ihren Workshops und Kursen kombiniert sie Meditation und Improtheater und bringt Menschen bei, wie sie aus der Ruhe heraus Kraft und Präsenz für die Bühne gewinnen können. Mit ihrer Freude an vielschichten Charakteren begeistert sie ihr Publikum, egal, ob sie für 20 SchülerInnen oder 200 Top-ManagerInnen spielt.

Kurssprache Deutsch / Englisch


W9  Masken leben!   Spiel & Improvisation mit Masken

Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Improvisation mit Masken. Wie erwecken wir eine Maske zum Leben? Wie finden wir spannende, konfliktreiche, komische, anrührende Situationen auf der Bühne, die ohne das gesprochene Wort auskommen? Wie funktionieren Figuren-Beziehungen nur über Körperspannung, Gesten, Blicke? Die Maske ist archaisch, archetypisch und poetisch. Die Maske öffnet mehr als sie verbirgt, und sie kann
Gefühle sehr direkt zeigen. Wenn eine Maske lebendig wird, spielt sie: Ein Erlebnis für Maskenspieler und Zuschauer! Der Widerspruch zwischen starrer Maske und lebendiger Figur bildet die reizvolle Herausforderung, der sich die TeilnehmerInnen des Workshops stellen - egal, ob neugieriger Laie, sich weiterbildender Mime oder erfahrener Maskenspieler. Denn eine Improvisation, das Aushalten eines Fiaskos, das Kreieren einer Figur beginnt immer wieder bei Null. Die TeilnehmerInnen arbeiten mit den bereitgestellten Masken, beobachten sich gegenseitig, erarbeiten in Kleingruppen unter Anleitung dramatische Situationen. Das spielerische Material wird ständig gezeigt, geändert, verworfen und verbessert. Die TeilnehmerInnen erleben die vielfältigen, bereichernden Möglichkeiten, die eine Maske bietet. Die schnelle körperliche Verwandlung, das pointierte Spiel und das Vertrauen in die Ausdruckskraft der Maske an sich werden aufgezeigt.
Voraussetzung: keine Masken-Erfahrung nötig
Mitzubringen: bequeme Kleidung, festes Schuhwerk; wenn vorhanden, gerne eigene Masken

Sebastian Kautz ist freischaffender Schauspieler, Regisseur, Puppen- und Maskenspieler (u.a. bei Deutschlands bekanntestem Maskentheater Familie Flöz). www.sebastiankautz.de

Kurssprache Deutsch / Englisch


W10  „„Schieben, tupfen, boxen, schweben…“ – 

Die Laban – Bewegungsanalyse als Zugang zur Rolle

Schwer oder leicht, plötzlich oder allmählich, direkt oder indirekt – es gibt viele Arten sich zu bewegen. Der Tänzer Rudolf von Laban hat ein umfangreiches System entwickelt, anhand dessen sich Bewegung analysieren und für die kreative Rollengestaltung nutzen lässt. Ein solcher körper- und bewegungsorientierter Zugang zur Rolle eignet sich sehr gut für die theaterpädagogische Arbeit mit Schüler- oder Amateur-Theatergruppen.

Auch für kleine Ensembles, in denen wenige Schauspieler oft viele schnelle Rollenwechsel, vielleicht sogar nur mit Wechsel von Accessoires haben – bietet die Methode einen Fundus an Möglichkeiten. Im Workshop wird die Bewegungsanalyse nach Laban vorgestellt, praktisch erprobt und in konkreten Theaterszenen umgesetzt. Dabei lässt sich auch die enge Korrelation zwischen der körperlichen Gestaltung einer Rolle und dem Prozess ihres Willens, Fühlens und Denkens erfahren.

Birgit Reibel ist Schauspielerin in Frankfurt/ Main und ist seit vielen Jahren mit eigenen Produktionen im Kinder- und Jugendtheater unterwegs. Als Theaterpädagogin arbeitet sie mit verschiedenen Altersgruppen. Sie ist Lehrbeauftragte für Theater an der Katholischen

Hochschule Mainz. Außerdem realisierte sie mehrere Theaterprojekte mit Studierenden in der Mongolei. 


W11 Ein Regisseur kann alles – verändern.

Ein guter Regisseur kann eine Theatergruppe über sich hinauswachsen lassen. Er kann ausverkaufte Vorstellungen ermöglichen und Aufsehen erregen – beim Publikum, in der Presse, bei den Theaterkollegen. Nur: Wie wird man „ein guter Regisseur“? Genügt Fingerspitzengefühl, soziale Kompetenz oder das geschickte Motivieren aller Beteiligten? Oder bedarf es konsequenter Härte? Wie wichtig ist theoretisches Wissen? Wie reagiert man auf den bekannten Satz: „Das hat’s bei uns noch nie gegeben“? Am guten Regisseur hängt ungeheuer viel – in diesem Seminar erfährt man von den Geheimnissen erfolgreichen Inszenierens. Im praktischen Teil werden ausgesuchte Szenen besprochen und der Workshop-Leiter inszeniert diese vor allen Teilnehmern. Alle Teilnehmer können sich an diesem „live“-Prozess beteiligen. Folgende Fragen werden beantwortet: Wann unterbreche ich meine Schauspieler? Wie gehe ich mit dem Raum um, wie mit einem „schwierigen“ Schauspieler, der eine Gruppe sprengen kann? Was macht die Kunst des Theaters so anders als die des Romans oder des Films? Der theoretische Teil befasst sich mit der Stückauswahl, Rollenbesetzung, Textanalyse, Strichfassung, Probenökonomie. Welche Aufgaben obliegen dabei dem Regisseur, dem Assistenten, den Schauspielern und den Mitarbeitern?

Jürgen von Bülow hat bislang über 60 Theaterstücke inszeniert. Mit „Top Dogs“ wurde er 2016 zu den „Theatertagen am See“ eingeladen. Seine Inszenierungen bekamen Lamathea“- sowie „amarena“-Nominierungen. Seit 2010 gibt er Schreib- und Regie-Workshops beim LABW und beim VBAT. Früher schrieb er Drehbücher für „Marienhof“ und dem „Tigerenten Club“. Er bekam ein Stipendium an der Filmhochschule München, das „LeseLenz“-Stipendium der Stadt Hausach, sowie den „Bundespreis für Kulturelle Bildung“. Im KOSMOS Verlag erschien seine eigene Jugendbuchreihe „Ich bin’s, Nika!“. Neben dem Schreiben und Inszenieren von Theaterstücken ist er Dozent für Filmdramaturgie.

W12 Bildertheater: Raum, Material und Alltagsdinge – Spiel mit theaterfremden Räumen; Materialien und Objekte als Spielpartner entdecken

 Theater findet immer in einem Raum statt. Wie ist dieser strukturiert?

Welche Geschichten halten der Raum und verschiedene Dinge für mich bereit?

Und wie können Dinge zu einem Spielpartner werden? Wie ist das Verhältnis zwischen Spielenden und Zuschauenden? Wie wird ein Raum zum Theater, wenn uns kein "Theaterhaus" zur Verfügung steht? Wie kann ich mit Material umgehen und Bilder im und durch Raum gestalten? Wie verändert sich das Spiel, wenn die Dinge wichtiger werden? Wie kann ich Alltagsobjekte wie Stühle, Kleider, Küchenutensilien Tücher, Papier für Erzählungen, Bilder, Vorgänge und Performances im Raum nutzen? Wie entsteht dabei Atmosphäre? Das Theater der Bilder entdeckt vor allem die nicht sprachlichen Darstellungsmittel der Bühne und konzentriert sich auf die visuellen und sinnlichen Aspekte von Theater, Raumwahrnehmung, Raum und Komposition. Wie entwickelt sich dabei das Verhältnis zwischen Spielenden und Zuschauenden? Ein Workshop als Spurensuche zu ganz eigenem Theaterverständnis oder Zugängen. 

Katja Fillmann ist freie Regisseurin und Dozentin für Theaterpraxis. Sie realisierte u.a. recherchebasierte Theater-/Performanceprojekte  mit SchauspielerInnen und Jugendlichen und Kindern u.a. für das Junge DT Berlin, Parkaue Berlin, GRIPS-Theater, Theater Basel,  DT-Göttingen, Schauspiel Essen und das Theater Baden-Baden und unterrichtet sowohl an Hochschulen (z.B. UdK Berlin, Uni Potsdam) und  in der Erwachsenenbildung (z.B.SFBB, LISUM Brandenburg) zu Themen der Theaterpädagogik, Schauspiel und Ästhetischer Bildung.

Kurssprache Deutsch/Englisch

W13  „Tanzmischpult” Methode  Workshop für das Methoden Repertoire Tanz und Bewegung (Bausteine für den Tanz- und Theater Unterricht)

Das “Tanzmischpult” (das Methoden Repertoire Tanz und Bewegung / Beltz Verlag, 2017) ist ein Set an Karten, das verschiedene Tanzelemente vorstellt. In dem Werkzeugkasten wird Fachwissen aus Tanz und Choreografie in seine Einzelteile zerlegt und so auch für Nicht-Profis nachvollziehbar. Die einzelnen Karten können beliebig kombiniert werden. Die Arbeit damit ist nie festgeschrieben, sondern bietet einen Ausgangspunkt für vielfältige Anwendungen. So können sowohl ganz einfache Bewegungsabläufe, als auch sehr komplexe Choreografien entwickelt werden. Deshalb ist das “Tanzmischpult” für die verschiedensten Gruppen geeignet: Kinder, Jugendliche und Erwachsene; Laien und Profis. Als Dozent und Choreograph hat Shneior verschiedene Tanzmethoden erprobt und analysiert und - gemeinsam mit Maike Plath - zu einer tanz- und theaterpädagogischen Arbeitsmethode weiterentwickelt. In seiner mehrjährigen Lehrtätigkeit konnte er vielfach vermitteln, wie Tanz und Choreographie für die tanz- und theaterpädagogische Arbeit genutzt werden können. Im Rahmen dieses Workshops soll mit den TeilnehmerInnen erprobt werden, wie sie die Methoden des “Tanzmischpults” in ihrer eigenen Arbeit nutzen können, wobei der Fokus auf der partizipativen Arbeit mit Tanz liegt. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. 

Lior Shneior ist ein deutsch-israelischer Choreograf, Tänzer und Pädagoge. Shneior ist 1985 in einem Kibbuz in Israel geboren. Seine Tanzausbildung hat er an der Folkwang Hochschule in Essen abgeschlossen und hat danach von2008 bis 2012 in NYC als Tänzer und Choreograf gearbeitet. Seit 2012 wohnt und arbeitet er in Berlin. Seine Tätigkeit bewegt sich bewusst an der Grenze von künstlerischer und pädagogischer Arbeit.

W14   The Individual and the Crowd 

Using exercises and techniques from the Jacques Lecoq school of physical theatre this session explores the dynamic of the crowd and the individual in drama and society.  Using the primitive tribe as a starting point the session explores followers and leaders and quickly moves on to inclusion or ostracism of individuals and how the crowd (or community) has the ability to work as a collective. It then explores how this psychology influences modern day crowds such as a political demonstration, a football crowd, a group of refugees or a family. The session also looks at how crowds and the individual are influenced by cultural and intercultural traditions and the demands of society.  The session is movement based and the techniques used are all practical and can be achieved by all age groups regardless of physical ability. The session also emphasises the skills needed to work effectively within a group on stage, looking at touch, rhythm, spatial awareness, focus, choral speaking and moving.  

Micheal Woodwood lebt in London und arbeitet seit vielen Jahren als Regisseur, Theaterlehrer und Schauspieler. Über viele Jahre unterrichtete er Schauspielstudenten oder leitete Workshops in Litauen, Tschechien, Irland, Holland, Finnland, den USA und England. Dort sorgte auch für eine große Verbreitung des Forum Theaters in Gemeinden, Schulen und weiteren öffentlichen Bereichen. Seit 1995 bis dato leitet er die „Vital Stages Theatre Company“, die professionelle Gruppe des Redbridge Theaters. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Schauspieltraining, Improvisationstheater, Chorisches Theater, Kabuki, Textarbeit, Szenenentwicklung sowie die Arbeit mit Monologen und Dialogen war er mit seiner Produktion „Journeys“ 2016 bei den Theatertagen am See zu Gast. 

Kurssprache Englisch


W15 Bewegung inszenieren 

Ob Schauspiel oder Bewegungstheater, ob Zirkus oder Maskenspiel, ob Puppen oder Objekte, ob Klein oder Groß - auf einer Bühne bewegt es sich anders als im sogenannten normalen Leben. Was heißt das nun für die SpielerInnen? Und was heißt das für die RegisseurInnen? Jegliche Art von Inszenierung mit Bewegung hat ähnliche Probleme, ähnliche Regeln - und: ähnliche Lösungen. Die grundlegenden Prinzipien sind stets dieselben. Wir entwickeln Mini-Choreografien mit unterschiedlichsten Vorgaben und kommen diesen Prinzipien auf die Schliche. Themenkreise: “Starke” Bilder, Bewegungsstrukturen, das Folienprinzip u.a. Mehr auf www.mattis.ch und auf www.choreobuch.de

Christian Mattis, Gabelstaplerballett? Oder ein Wasserspiel? Oder Kleintheaterspektakel mit Masken und Objekten? Oder Showteile für eine Motor-Show? Oder Großrauminszenierung für die Eröffnung der 14. Weltgymnaestrada im Lausanne mit Live-TV und 28'000 Zuschauern? – Christian Mattis kreiert Konzepte, gestaltet und inszeniert die unmöglichsten Orte und Anlässe und Menschen. Christian Mattis unterrichtet an Sporthochschulen, Tanzfestivals, Psychosomatischen Kliniken, Schulen für Sozialarbeit, Schauspielakademien, Rhythmikseminarien, Theaterschulen etc., seine heutige Haupttätigkeit ist jedoch Regie / Choreografie. Mehr auf www.mattis.ch und www.choreobuch.de

Kurssprache: Deutsch / Englisch /Französisch


W16  Dance Move Fly Zeitgenössischer Tanz und Contactimprovisation

Tanzen ist Freude an Bewegung und Kreativität, Zutrauen in den ureigenen körperlichen Ausdruck, Klarheit, Leichtigkeit und vor allem Präsenz. Im Moment wach sein, voller Energie und Lebendigkeit und sich so einlassen auf Beziehung. Allein, zu zweit und in der Gruppe lassen wir Geschichten und Bilder entstehen… jede Konstellation hat dabei eigene Techniken und Aufmerksamkeiten. Experimente, Exploration und Spiele unterstützen uns zu verstehen, wie Beziehung in den verschiedenen Konstellationen auf der Bühne funktioniert. Dich berühren und bewegen lassen, Eintauchen ins Sinnliche, Wahrnehmungsschulung, ein Raum voller Kreativität, Einzigartigkeit und Wildheit entsteht. Im Solo beschäftigen wir uns mit der Beziehung zu uns selbst. Wer bin ich? Wo bin ich im Raum? Innen- Außen. Stärkung der Körpermitte, Arbeit mit dem Körperzentrum, Wege vom Boden in den Stand, vom Stand zum Boden, Wege durch den Raum… Dabei das Außergewöhnliche wagen. Schnell und langsam, ernst und verspielt, wild und sanft, mal akrobatisch und kopfüber und dann wieder mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Die Gewohnheit hinter mir lassen, den eigenen Flow finden, eine Dringlichkeit und eine Präsenz, die uns fliegen lässt und frei macht. 

Im Duo kommt es darauf an, sich aufeinander einzulassen, sich zuzuhören, im Moment mitzugehen oder eben nicht… Die Bewegungen des Partners spüren, ihnen folgen oder als Impuls unmittelbar aufnehmen - experimentieren, Neues riskieren. Balance verlieren, fallen, nah- zu nah, mich zumuten, den Kopf verlieren. Aus der Komfortzone raus und rein ins Risiko! Desorientierung als kreatives Potential. Im Trio und Quadro entstehen immer komplexere Situationen. Wie gehe ich mit Chaos um? Wie gebe ich meiner Bewegung Form und Klarheit? Wie behalte ich den Überblick? Wo ist der Mittelpunkt der Aktion im Raum?

Selbstwirksamkeit, Nicht Zögern, Ankommen, Prinzipien wie sharing weight oder using the momentum, rollen, drehen, springen sind ein Grundrepertoire, das wir kennen und nutzen lernen. Wir arbeiten an Präsenz, an Ausrichtung und Koordination, an Orientierung in Zeit und Raum und entwickeln mehr und mehr Kraft, Durchlässigkeit und Geschmeidigkeit in Körper und Geist. Dabei finden wir heraus, was den Tanz auf der Bühne berührend macht, was er in uns öffnet, wo er uns herausfordert. Er kann der Schlüssel zu sehr berührenden Momenten, sogar berührenden Zuständen sein. Völlig ungeplant und überraschend (ent)decken wir Tiefen unseres Mensch-Seins auf. Manchmal entlarvend, manchmal urkomisch, fast immer befreiend. Ziel ist es, ein Grundhandwerkzeug für Tanz zu vermitteln, mit dem ihr dann auch in eigenen Gruppen und Klassen weiterarbeiten und experimentieren könnt. Alle Levels! Die Inhalte sind vielseitig übertragbar, z.B. in Theaterarbeit oder andere künstlerische, soziale oder therapeutische Kontexte.

Pia André ist Tänzerin, Bewegungspädagogin, Trainerin für Kampfkunst, zeitgenössischen Tanz und Alexandertechnik, Choreografin. Pia studierte zeitgenössischem Tanz und Contactimprovisation und praktiziert diese seit 1984. Seit über 30 Jahren tanzt, lehrt und forscht sie freiberuflich in den unterschiedlichsten Zusammenhängen, u.a. Tanz- und Theaterausbildungen, Tanz- und Theaterfestivals, Kliniken, Lehreraus- und -fortbildungen, Kongressen und Trainings für Führungskräfte in ganz Deutschland und Europa.
Sie wirkt mit in internationalen Tanz- und Theaterkompanien und kooperiert mit Musikern, Schauspielern und bildenden Künstlern. Aus der intensiven Beschäftigung mit den Prinzipien von Tanz, Kampfkunst und Körperarbeit entwickelte sie eine eigene Methode und Bewegungskunst, die den gesamten Menschen (Körper und Geist) einbezieht. Das Konzept Dance - Fight - Grow (Neuer Tanz und Stockkampfkunst) vermittelt sie nun in Seminaren, Projekten, berufsbegleitenden Jahresfortbildungen und seit 2010 in einer eigenen Ausbildung. Sie legt damit die Grundlagen für die berufliche Integration der Methode in die unterschiedlichsten Praxisfelder, z.B. Theater, Pädagogik, Coaching, Therapie, sowie Führung und Management.  

Kurssprache : Deutsch / Englisch